Kroatischen Städten droht das Backofen-Szenario
Der erste kroatische Baumchirurg Fran Poštenjak betont, dass Dürre und extreme Hitze die Stadtbäume ernsthaft gefährden, der wahre Schaden wird erst im Herbst sichtbar.
Der erste kroatische Baumchirurg Fran Poštenjak betont, dass Dürre und extreme Hitze die Stadtbäume ernsthaft gefährden, der wahre Schaden wird erst im Herbst sichtbar.
Die Stadtbäume in Kroatien stehen unter einem beispiellosen Druck durch extreme Hitze, Dürre und fehlenden Regen. Laut einem Bericht von Dulist vom 18. August 2026 betont Fran Poštenjak, der erste kroatische Baumchirurg, Inhaber der Firma Arboring und Direktor für fachliche Entwicklung bei der Plattform Ekologija.hr, dass oberflächliches Gießen und ungeplante Pflanzungen nicht ausreichen, und die wahren Folgen der diesjährigen Sommerhitze werden im Herbst sichtbar.
Während sich Europa schneller erwärmt als der Rest der Welt und extreme Hitzewellen und Dürren zu einem dauerhaften Klimamuster werden, stehen die kroatischen Städte vor einer ernsthaften Gefahr. Asphalt und Beton in den Städten speichern und geben zusätzlich Wärme ab, wodurch städtische Wärmeinseln entstehen, während die Stadtbäume, das einzige natürliche Kühlsystem, unter großem Druck leiden.
Poštenjak betont, dass Dürre ein stiller Killer des städtischen Grüns ist. Die Symptome, die die Bürger im Juli und August bemerken, Gelbfärbung, Blässe der Blätter und Austrocknen der Ränder, sind nur äußere Anzeichen für den tiefen Stress, in dem sich die Pflanzen befinden.
Die Daten zum Wasserverbrauch zeigen am besten, wie stark die Stadtbäume belastet sind. Bei üblichen Sommertemperaturen bis 25°C verbraucht ein ausgewachsener Stadtbaum mit einer Höhe von etwa 20 Metern täglich zwischen 150 und 200 Liter Wasser. Steigt die Temperatur jedoch über 35°C, was in kroatischen Städten immer häufiger vorkommt, vervielfacht sich der Verbrauch und erreicht 400 bis 600 Liter Wasser pro Tag.
Das Problem wird durch unzureichende Pflege weiter verschärft. Oberflächliches Gießen, das häufig in Stadtparks und entlang von Straßen eingesetzt wird, erzeugt nur ein falsches Sicherheitsgefühl. Bei hohen Temperaturen befeuchtet das Wasser nur die oberste Bodenschicht und verdunstet schnell, während das tiefere Wurzelsystem trocken bleibt. Ohne Tiefenbewässerung und die Sicherstellung von qualitativ hochwertigem, lockerem Boden mit ausreichend organischer Substanz kann die Wurzel die benötigte Feuchtigkeit nicht aufnehmen.
"Bäume enthalten im Durchschnitt etwa 50% Wasser, und der im Sommer entstandene Schaden wird oft erst im Herbst vollständig sichtbar, wenn ein Teil der Bäume unwiderruflich geschwächt wird oder abstirbt", betont Poštenjak.
Nachdem ein Baum mehrere Trockenperioden in Folge ohne fachliche Intervention erlebt hat, wird seine Fähigkeit, physiologischen Belastungen zu widerstehen, immer schwächer. Solche geschwächten Bäume werden zu leichten Zielen für Schädlinge und Krankheiten, die sie schließlich zerstören.
Besonders gefährdet sind alte, große Bäume. Interessanterweise bringen gerade solche Bäume den größten Nutzen für die Umwelt, da sie den breitesten Schatten spenden, die Lufttemperatur um mehrere Grad senken und Regenwasser zurückhalten. Wenn wir einen ausgewachsenen Baum verlieren, braucht eine neue Pflanze Jahrzehnte, um denselben Schutz und mikroklimatischen Nutzen zu bieten.
Experten warnen deutlich: Kroatische Städte müssen ihren bisherigen Ansatz ändern. Städtisches Grün darf nicht nur als ästhetische Ergänzung auf den Straßen betrachtet werden, sondern als entscheidende städtische Infrastruktur, die direkt die Gesundheit und Lebensqualität der Bürger beeinflusst.
Klimaresilienz wird nicht durch zufällige Pflanzungen in schlecht vorbereitete Gruben erreicht, sondern durch langfristige und fachliche Planung: Auswahl widerstandsfähigerer Arten, Sicherstellung von qualitativ hochwertigem Wurzelraum, ordnungsgemäße Tiefenbewässerung und ständige baumpflegerische Überwachung. Andernfalls, ohne geplante Pflege und Investitionen in den Erhalt bestehender Bäume, riskieren kroatische Städte, die Sommermonate in unerträglichen, betonierten Backöfen zu verbringen.