Kroatische Justiz vor dem größten Generationswechsel
Justizminister Damir Habijan warnt, dass bald mindestens 254 Richterinnen und Richter fehlen werden, obwohl Kroatien 42 Richter pro 100.000 Einwohner hat, die zweithöchste Zahl in der EU.
Justizminister Damir Habijan warnt, dass bald mindestens 254 Richterinnen und Richter fehlen werden, obwohl Kroatien 42 Richter pro 100.000 Einwohner hat, die zweithöchste Zahl in der EU.
Die kroatische Justiz steht vor der größten "Durchlüftung" seit den neunziger Jahren. Justiz- und Digitalisierungsminister Damir Habijan warnte, dass dem Land bald mindestens 254 neue Richterinnen und Richter fehlen werden, und zwar im Kontext des regulären Funktionierens der Justiz, nicht im Rahmen einer Kampagne zur Reduzierung von Rückständen.
Habijans Aussage wirkt angesichts der Tatsache, dass Kroatien laut EU Justice Scoreboard 2026 über 42 Richter pro 100.000 Einwohner verfügt und damit das zweite Land in der Europäischen Union ist, direkt hinter Griechenland, widersprüchlich. Trotzdem erklärte der Minister gegenüber N1: "Bald werden wir ein großes Problem mit einer zu geringen Anzahl von Richtern haben."
Habijan betonte dabei, dass er hoffe, dass verbesserte materielle Bedingungen und Gehälter der Justizbeamten neues Blut anziehen werden, das, wie er sagte, "dringend benötigt" wird, aber vor allem eine qualitativ hochwertige Struktur von Menschen. "Ich denke, dass jetzt sowohl die materiellen Bedingungen als auch die Gehälter der Justizbeamten auf einem besseren Niveau sind, und wir hoffen, dass wir neues Blut anziehen können, das wir dringend benötigen, aber vor allem meine ich eine qualitativ hochwertige Struktur von Menschen", so der Minister.
Es handelt sich um einen Generationswechsel, der die kroatische Justiz in vollem Umfang erfassen wird. Der Minister betonte, dass das Problem nicht die Beschleunigung der Bearbeitung von Fällen betrifft, sondern das reguläre Funktionieren der Justiz selbst, das gefährdet sein könnte, wenn nicht rechtzeitig eine ausreichende Anzahl qualifizierter Juristen sichergestellt wird.
Ein konkreter Zeitrahmen, in dem sich dieser Mangel manifestieren soll, wurde in den Quellen nicht präzisiert, aber es ist klar, dass es sich um eine strukturelle Herausforderung handelt, die langfristige Planung und die Gewinnung neuer Kräfte für das Justizsystem erfordert.