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Huthi-Rebellen beschießen saudische Ölanlagen, Rotes Meer in Flammen

Die vom Iran unterstützte jemenitische Rebellengruppe feuerte ballistische Raketen auf Aramco-Anlagen in Yanbu und Jizan. Die Eskalation bedroht die Sperrung einer Meerenge, durch die zwölf Prozent des Welthandels fließen.

Foto: Wikipedia (Saudi Aramco)
Kurz gesagt
  • Am 26. Juli 2026 feuerten die Huthis ballistische Raketen auf Aramco-Ölanlagen in den saudischen Städten Yanbu und Jizan.
  • Der Angriff ist eine Vergeltungsmaßnahme für saudische Luftschläge auf die jemenitische Hafenstadt Hudaida; die Huthis drohen mit der Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab, durch die zwölf Prozent des Welthandels fließen.
  • Gleichzeitig weitet sich der Krieg auf das Kaspische Meer aus, wo nach iranischen Angaben die Ukraine ein iranisches Handelsschiff angegriffen hat.
  • Der iranische Außenminister appelliert an die Diplomatie, während Netanyahu ein Treffen mit Trump in Washington am 28. Juli plant.

Die jemenitischen Huthis haben am Samstag, dem 26. Juli 2026, ballistische Raketen und Drohnen auf saudische Ölanlagen in den Häfen Yanbu und Jizan abgefeuert und dabei Einrichtungen des weltgrößten Ölkonzerns Aramco ins Visier genommen. Der saudische Zivilschutz bestätigte, dass in den frühen Morgenstunden in beiden Städten mehrfach Sirenen ertönten. Zu möglichen Schäden äußerte sich die saudische Regierung bislang nicht.

Spirale aus Angriff und Gegenschlag

Der Huthi-Angriff auf saudisches Territorium ist eine direkte Reaktion auf saudische Luftangriffe, die am späten Freitagabend, dem 25. Juli, Hudaida getroffen hatten, eine strategisch bedeutsame Stadt an der jemenitischen Küste des Roten Meeres. Brigadegeneral Yahya Saree, der Militärsprecher der Huthis, erklärte in einer vorab aufgezeichneten Mitteilung, der Angriff habe sich gegen Aramco-Anlagen in Yanbu und Jizan gerichtet. Über das genaue Ausmaß der Schäden in Hudaida gehen die Darstellungen auseinander: Anees al-Asbahi, Sprecher des von den Huthis kontrollierten Gesundheitsministeriums, behauptet, die Schläge hätten den Hafen und die staatliche Telekommunikationsgesellschaft getroffen und zwei Personen verletzt. Die saudische Koalition hingegen besteht darauf, nicht den Hafen, sondern "legitime militärische Ziele" in der Provinz Hudaida angegriffen zu haben, die "mit Bedrohungen für Handelsschiffe im Roten Meer in Verbindung standen".

Drohende Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab

Nachdem die Huthis in den vergangenen Tagen bereits zwei saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen hatten, drohen sie nun mit der Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab für Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien. Die Meerenge an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ist ein zentraler Schifffahrtsknotenpunkt, der das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, rund zwölf Prozent des Welthandels und ein Viertel des globalen Containerverkehrs passieren sie. Mahdi al-Mashat, Chef des von den Huthis kontrollierten Obersten Politischen Rates, der die Rebellengebiete im Jemen verwaltet, formulierte die Bedingung für ein Abrücken von der Sperrungsdrohung unmissverständlich:

"Nichts weniger als ein Ende der Aggression und die Aufhebung der Blockade, alles andere ist Illusion und Fata Morgana."

Ein regionaler Flächenbrand

Die Eskalation im Jemen vollzieht sich parallel zu dem bereits entbrannten Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Wie Reuters berichtet, weitet sich der Krieg nun auf das Rote Meer und das Kaspische Meer aus, während im Persischen Golf eine vorübergehende Ruhe herrscht, da Washington vorerst auf weitere Angriffe gegen den Iran verzichtet. In den 13 vorangegangenen Nächten hatte das US-Militär Ziele im Iran attackiert; in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden hingegen keine Angriffe gemeldet. Das iranische Gesundheitsministerium bestätigte eine ruhige Nacht, und Sprecher Hossein Kermanpour schrieb auf X: "Der Iran hatte eine ruhige Nacht."

Das Kaspische Meer als neue Front

Am Samstag erreichte den Iran zudem die Nachricht eines Angriffs auf ein eigenes Handelsschiff im Kaspischen Meer. Die iranische Seite macht die Ukraine für den Vorfall verantwortlich, bei dem eine Person ums Leben kam und eine weitere verletzt wurde. Außenminister Abbas Araghchi erklärte, er habe den Fall mit EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas besprochen, und Kiew erhielt eine diplomatische Note. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hatte zuvor auf X geschrieben, die Ukraine habe "mit Langstreckenangriffen im Kaspischen Meer sehr starke Ergebnisse erzielt, darunter gegen Schiffe, die für militärische Frachttransporte unter Beteiligung des Iran genutzt werden".

Diplomatische Signale und nächste Schritte

Trotz der militärischen Eskalation rief Araghchi in einem Interview mit der iranischen Staatsagentur zu "Diplomatie und Dialog" auf, um den Jemen-Konflikt ohne "militärische Konfrontationen" zu lösen. Unterdessen plant der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, kommende Woche nach Washington zu reisen und am Dienstag, dem 28. Juli, US-Präsident Donald Trump zu treffen, es wäre ihr erstes Zusammentreffen seit Februar 2026, als der Krieg begann. Vorliegenden Daten zufolge hat der Krieg bislang mehr als 3.400 Menschenleben im Iran gefordert, dazu 18 amerikanische Soldaten, 24 Zivilisten in Israel und mehr als 4.000 Menschen im Libanon, wo die Hisbollah auf Seiten des Iran kämpft.

Häufige Fragen
Warum haben die Huthis saudische Ölanlagen angegriffen? +
Die Huthis erklärten den Angriff als Vergeltung für saudische Luftschläge auf Hudaida im Jemen am späten Freitagabend, dem 25. Juli 2026. Der Angriff ist Teil einer längeren Spirale gegenseitiger Schläge zwischen den Huthis und der saudischen Koalition.
Was ist die Meerenge Bab al-Mandab und warum ist sie so bedeutsam? +
Bab al-Mandab ist eine Meerenge an der Südspitze der Arabischen Halbinsel, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Rund zwölf Prozent des Welthandels und ein Viertel des globalen Containerverkehrs passieren sie, damit zählt sie zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt.
Wurden Schäden an den saudischen Ölanlagen bestätigt? +
Die saudische Regierung bestätigte lediglich, dass in Yanbu und Jizan Sirenen ertönten, äußerte sich jedoch nicht zu möglichen Schäden an den Aramco-Anlagen.
Welche Auswirkungen hat die Eskalation auf Deutschland? +
Eine direkte deutsche Komponente ist in diesen Ereignissen nicht erkennbar. Die Bedrohung zentraler Schifffahrtswege im Roten Meer kann jedoch die globalen Energiepreise und Lieferketten beeinflussen, was Deutschland als Importeur von Öl und Waren mittelbar treffen würde.

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