Die iranische Armee hat am Sonntag, dem 16. August 2026, bekannt gegeben, dass sie eine Belohnung von 30.000 US-Dollar für die Tötung oder Gefangennahme von US-Soldaten aussetzt. Nach Berichten mehrerer internationaler Medien, darunter France 24 und South China Morning Post, verdoppelt sich die Belohnung, wenn die Aktion von einer Frau durchgeführt wird.
Der iranische Armeechef Amir Hatami erklärte, dass der Plan nach einer "großen Anzahl von Anfragen" zur Teilnahme erstellt wurde, wie die iranische Staatsagentur IRNA berichtet. Hatami bezeichnete die US-Soldaten als "Aggressoren".
Hintergrund: Keine Bodentruppen, außer einer Mission
Nach verfügbaren Informationen gab es während des Krieges im Nahen Osten keine bekannten Einsätze von US-Bodentruppen im Iran, abgesehen von einer Rettungsmission im April 2026 für einen abgeschossenen US-Soldaten.
Straße von Hormus im Zentrum der Krise
Die Ankündigung der Belohnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die 60-tägige Waffenruhe, die im Juni durch das Memorandum von Islamabad unterzeichnet wurde, ausläuft. Der US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitag, dem 14. August, an, die Straße von Hormus "sehr bald" zum US-Territorium zu erklären.
Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi antwortete ironisch: "Die strategische Straße von Hormus kann nicht durch einen Tweet, einen Flugzeugträger, einen Befehl oder eine Wahlkampfrede erobert werden: Sie war, ist und bleibt iranisch."
Er fügte eine Warnung hinzu: "Die Meerenge wird nur auf Befehl des Iran geschlossen und geöffnet, und solange Sie die Realität der Niederlage nicht akzeptieren, wird der Iran die Blockade fortsetzen." Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases wird durch die Straße von Hormus transportiert.
Gesetzgebung und wirtschaftliche Maßnahmen
Das iranische Parlament bereitet eine Abstimmung über einen Gesetzentwurf mit Maßnahmen zur "Gewährleistung der dauerhaften Sicherheit und Entwicklung der Straße von Hormus und des Persischen Golfs" sowie über eine Verordnung zur "Bekämpfung ausländischer Einmischung" vor. Letztere sieht ein Verbot der Durchfahrt für "jedes Schiff vor, das Ausrüstung und Fracht im Besitz der USA, Israels und von Ländern, die dem Iran feindlich gesinnt sind, transportiert".
Auf der anderen Seite kündigte der US-Finanzminister Scott Bessent für diese Woche die Einführung von "beispiellosen" wirtschaftlichen Maßnahmen gegen den Iran an, die das Land vom Rest der Welt isolieren sollen. Die Benzinpreise in den USA haben 4 Dollar pro Gallone überschritten.
Diplomatische Sackgasse und interne Spaltungen
Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses beschrieb die Lage zwischen den beiden Ländern als statisch: "Es ist nicht wichtig, wie nah oder fern wir dem Ziel sind. Entscheidend ist, ob der Iran bereit ist, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und eine Einigung zu erzielen. Das hat er bisher nicht getan."
Die Verhandlungen werden zusätzlich durch interne Spaltungen im iranischen Staat erschwert. Mitte Mai versuchte die Regierung von Donald Trump, über den Präsidenten Irakisch-Kurdistans, Nechirvan Barzani, direkten Kontakt zum Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarde, Ahmad Vahidi, herzustellen.
Die iranische Regierung bezeichnete Trumps Drohungen und Ankündigungen als "unangebracht" und "Unsinn". Die Waffenruhe läuft am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, aus, und eine Verlängerung scheint unwahrscheinlich, obwohl Vermittler weiterhin an einer Lösung arbeiten.