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Janaf und MOL unterzeichnen Vertrag über 2,05 Millionen Tonnen Öl

Das Millionen Euro schwere Geschäft wurde nach turbulenten Verhandlungen abgeschlossen, die auch einen politischen Hintergrund hatten, einschließlich Vorwürfen aus Budapest über Kriegsprofitmacherei.

Foto: Wikipedia (Mobilni obalni lanser)
Kurz gesagt
  • Janaf und die MOL-Gruppe haben einen Vertrag über den Transport von 2,05 Millionen Tonnen Rohöl für das gesamte Jahr 2026 unterzeichnet.
  • Der Vertrag wurde nach dem Prinzip "Zahle oder nimm ab" geschlossen, was Janaf ein festes Einkommen unabhängig vom tatsächlichen Transportvolumen sichert.
  • Die Verhandlungen waren angespannt und von politischen Vorwürfen aus Ungarn über "Kriegsprofitmacherei" begleitet, nachdem Kroatien zu einer wichtigen alternativen Route für russisches Öl wurde.
  • Die kroatische Regierung wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass sie sich von kommerziellen Prinzipien leiten lasse.

Die Adria-Ölpipeline (Janaf) und die ungarische MOL-Gruppe haben am Donnerstag den Prozess der Unterzeichnung des Vertrags über den Transport von Rohöl für das gesamte Jahr 2026 formell abgeschlossen. Vereinbart wurde eine Menge von 2.050.000 Tonnen Öl, womit alle Elemente der Geschäftsbeziehung bestätigt wurden, die bereits am 1. Januar 2026 begann und bis zum 31. Dezember 2026 andauern wird, teilte Janaf mit.

Der Vertrag wurde nach dem Prinzip "Zahle oder nimm ab" (engl. Take or Pay) geschlossen, was bedeutet, dass der Käufer, in diesem Fall MOL, verpflichtet ist, die vereinbarte Transportkapazität zu bezahlen, unabhängig davon, ob er sie vollständig genutzt hat. Dieses Modell bietet Janaf finanzielle Sicherheit und Planbarkeit der Einnahmen für das gesamte Jahr.

Von Vorwürfen zur Unterzeichnung: Turbulente Verhandlungen im Schatten der Geopolitik

Der Weg zur Vertragsunterzeichnung war keineswegs einfach. Während der langwierigen Verhandlungen äußerte MOL wiederholt öffentlich Unzufriedenheit und bewertete die Preise für Janafs Dienstleistungen als zu hoch. Das ungarische Unternehmen stellte auch die technischen Möglichkeiten der kroatischen Pipeline in Frage und behauptete, Janaf sei ein unzuverlässiger Partner für die Versorgung seiner Raffinerien.

Janaf wies diese Vorwürfe entschieden zurück und betonte, dass es seine Preise transparent und für alle Nutzer gleich gestaltet. Das Unternehmen erklärte, dass der Transportpreis von der Länge der Strecke und den vereinbarten Mengen abhängt, und deutete an, dass eine größere Kapazitätsbuchung durch MOL zu einem günstigeren Stückpreis führen würde.

Politische Dimension: Orbáns Vorwürfe und Zagrebs Antwort

Die Verhandlungen gingen über den Rahmen einer gewöhnlichen Geschäftsvereinbarung hinaus und erhielten eine starke politische Dimension. Die Situation komplizierte sich, nachdem die Ukraine beschlossen hatte, den Transit von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline zu beschränken. In diesem neuen geopolitischen Kontext wurde Kroatien zu einer wichtigen alternativen Route für die Versorgung.

Aus der Regierung des damaligen ungarischen Premierministers Viktor Orbán kamen scharfe Vorwürfe gegen Kroatien. Sie beschuldigten Kroatien der "Kriegsprofitmacherei" und deuteten an, dass es die schwierige Lage Ungarns ausnutze, dem aufgrund der Russland-Sanktionen die Landversorgung mit russischem Rohöl erheblich erschwert wurde. Die kroatische Regierung und das Wirtschaftsministerium wiesen diese Behauptungen energisch zurück und betonten, dass sich Kroatien im gesamten Prozess ausschließlich von kommerziellen Prinzipien leiten lasse, im Geiste gegenseitiger Zusammenarbeit und Hilfe.

Häufige Fragen
Welche Ölmenge hat Janaf für den Transport mit MOL vereinbart? +
Vereinbart wurde eine Menge von 2.050.000 Tonnen Rohöl für den Transport im gesamten Jahr 2026.
Was bedeutet das Prinzip "Zahle oder nimm ab" (Take or Pay) in diesem Vertrag? +
Das bedeutet, dass der Käufer (MOL) die vereinbarte Transportkapazität bezahlt, unabhängig davon, ob er sie tatsächlich genutzt hat, was Janaf ein sicheres Einkommen garantiert.
Warum hatten die Verhandlungen zwischen Janaf und MOL eine politische Dimension? +
Nachdem die Ukraine den Transit von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline beschränkt hatte, wurde Kroatien zu einer alternativen Route. Die Regierung von Viktor Orbán beschuldigte Kroatien der Kriegsprofitmacherei, was die kroatische Regierung zurückwies.
Welche Einwände hatte MOL gegen Janafs Dienstleistungen? +
MOL hielt Janafs Preise für zu hoch und stellte dessen technische Möglichkeiten in Frage, indem es ihn als unzuverlässigen Partner für seine Raffinerien bezeichnete.

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