Die Adria-Ölpipeline (Janaf) und die ungarische MOL-Gruppe haben am Donnerstag den Prozess der Unterzeichnung des Vertrags über den Transport von Rohöl für das gesamte Jahr 2026 formell abgeschlossen. Vereinbart wurde eine Menge von 2.050.000 Tonnen Öl, womit alle Elemente der Geschäftsbeziehung bestätigt wurden, die bereits am 1. Januar 2026 begann und bis zum 31. Dezember 2026 andauern wird, teilte Janaf mit.
Der Vertrag wurde nach dem Prinzip "Zahle oder nimm ab" (engl. Take or Pay) geschlossen, was bedeutet, dass der Käufer, in diesem Fall MOL, verpflichtet ist, die vereinbarte Transportkapazität zu bezahlen, unabhängig davon, ob er sie vollständig genutzt hat. Dieses Modell bietet Janaf finanzielle Sicherheit und Planbarkeit der Einnahmen für das gesamte Jahr.
Von Vorwürfen zur Unterzeichnung: Turbulente Verhandlungen im Schatten der Geopolitik
Der Weg zur Vertragsunterzeichnung war keineswegs einfach. Während der langwierigen Verhandlungen äußerte MOL wiederholt öffentlich Unzufriedenheit und bewertete die Preise für Janafs Dienstleistungen als zu hoch. Das ungarische Unternehmen stellte auch die technischen Möglichkeiten der kroatischen Pipeline in Frage und behauptete, Janaf sei ein unzuverlässiger Partner für die Versorgung seiner Raffinerien.
Janaf wies diese Vorwürfe entschieden zurück und betonte, dass es seine Preise transparent und für alle Nutzer gleich gestaltet. Das Unternehmen erklärte, dass der Transportpreis von der Länge der Strecke und den vereinbarten Mengen abhängt, und deutete an, dass eine größere Kapazitätsbuchung durch MOL zu einem günstigeren Stückpreis führen würde.
Politische Dimension: Orbáns Vorwürfe und Zagrebs Antwort
Die Verhandlungen gingen über den Rahmen einer gewöhnlichen Geschäftsvereinbarung hinaus und erhielten eine starke politische Dimension. Die Situation komplizierte sich, nachdem die Ukraine beschlossen hatte, den Transit von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline zu beschränken. In diesem neuen geopolitischen Kontext wurde Kroatien zu einer wichtigen alternativen Route für die Versorgung.
Aus der Regierung des damaligen ungarischen Premierministers Viktor Orbán kamen scharfe Vorwürfe gegen Kroatien. Sie beschuldigten Kroatien der "Kriegsprofitmacherei" und deuteten an, dass es die schwierige Lage Ungarns ausnutze, dem aufgrund der Russland-Sanktionen die Landversorgung mit russischem Rohöl erheblich erschwert wurde. Die kroatische Regierung und das Wirtschaftsministerium wiesen diese Behauptungen energisch zurück und betonten, dass sich Kroatien im gesamten Prozess ausschließlich von kommerziellen Prinzipien leiten lasse, im Geiste gegenseitiger Zusammenarbeit und Hilfe.