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Janaf und Mol vereinbaren Transport von 2,05 Millionen Tonnen Öl bis Ende 2026

Monatelange Verhandlungen, geprägt von politischen Spannungen und Vorwürfen der Kriegsprofitmacherei, endeten mit der Unterzeichnung eines Vertrags, der für das gesamte laufende Jahr gilt.

Foto: Wikipedia (Transport)
Kurz gesagt
  • Janaf und Mol haben einen Vertrag über den Transport von 2,05 Millionen Tonnen Öl für das gesamte Jahr 2026 unterzeichnet.
  • Der Vertrag wurde nach dem Prinzip "Zahle oder fördere" (Take-or-Pay) geschlossen, das die Zahlung der Kapazität unabhängig von der tatsächlichen Nutzung garantiert.
  • Die monatelangen Verhandlungen waren von Mols Vorwürfen über hohe Preise und politischen Spannungen zwischen Kroatien und Ungarn begleitet.
  • Kroatien wurde nach der Einschränkung des Transits von russischem Öl durch die Ukraine zu einer wichtigen alternativen Route für die Versorgung Ungarns.

Die Adria-Ölpipeline (Janaf) hat am Samstag bekannt gegeben, dass sie mit dem ungarischen Ölkonzern Mol einen Vertrag über den Transport von 2,05 Millionen Tonnen Rohöl für den Zeitraum vom 1. Januar bis Ende Dezember 2026 abgeschlossen hat. Der Vertrag wurde nach dem Prinzip "Zahle oder fördere" (Take-or-Pay) geschlossen, was bedeutet, dass der Käufer die vereinbarte Transportkapazität bezahlt, unabhängig davon, ob er sie tatsächlich genutzt hat.

Nach einer langwierigen Verhandlungsphase zwischen den beiden Parteien, die auch eine erhebliche politische Dimension umfasste, wurden die Gespräche schließlich zum Abschluss gebracht. Wie in der Janaf-Mitteilung heißt es, sei der Unterzeichnungsprozess abgeschlossen und der Vertrag bestätige und lege alle Elemente der Geschäftsbeziehung fest, die bereits am 1. Januar 2026 begonnen habe.

Streit um Preise und Zuverlässigkeit

Mol hatte wiederholt Unmut über die Preise der Janaf-Dienstleistungen geäußert und sie als zu hoch bewertet. Zudem stellte das Unternehmen die technischen Möglichkeiten des kroatischen Unternehmens in Frage und behauptete, Janaf sei ein unzuverlässiger Partner, um den Bedarf der Mol-Raffinerien zu decken.

Janaf wies diese Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen betonte, dass die Preise transparent und für alle Nutzer der Pipeline gleichermaßen gebildet würden und von der Länge der Strecke sowie den vereinbarten Ölmengen abhingen. Das Unternehmen unter der Leitung von Stjepan Adanić hob hervor, dass die Anmietung größerer Kapazitäten den Transportpreis für Mol senken würde.

Politischer Hintergrund und Vorwürfe aus Ungarn

Die Verhandlungen fanden in einem geopolitischen Spannungsfeld statt. Nachdem die Ukraine den Transit von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline eingeschränkt hatte, wurde Kroatien zu einer wichtigen alternativen Route für die Versorgung Ungarns. Aus der Regierung des damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán kamen daraufhin Vorwürfe gegen Kroatien wegen "Kriegsprofitmacherei" und der Ausnutzung der Tatsache, dass Ungarn aufgrund der Sanktionen gegen Russland die Landversorgung mit Rohöl erheblich erschwert wurde.

Häufige Fragen
Wie viel Öl wird Mol 2026 durch Janaf transportieren? +
Die vereinbarte Menge beträgt 2,05 Millionen Tonnen Rohöl für das gesamte Jahr 2026.
Was bedeutet das Prinzip "Zahle oder fördere" (Take-or-Pay)? +
Es handelt sich um eine vertragliche Verpflichtung, bei der der Käufer die vereinbarte Transportkapazität bezahlt, unabhängig davon, ob er sie tatsächlich genutzt hat.
Warum hatten die Verhandlungen zwischen Janaf und Mol eine politische Dimension? +
Nachdem die Ukraine den Transit von russischem Öl eingeschränkt hatte, wurde Kroatien zu einer alternativen Route, und aus der Regierung von Viktor Orbán kamen Vorwürfe der Kriegsprofitmacherei.
Wer ist der Leiter von Janaf? +
An der Spitze der Adria-Ölpipeline steht Stjepan Adanić.

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