Jelinovićs Wut auf seine Tante brachte einen Film hervor, der Pula eroberte
Das Regiedebüt 'Koke', inspiriert von einem Familiendrama, gewann vier Goldene Arenen, darunter die für den besten Film.
Das Regiedebüt 'Koke', inspiriert von einem Familiendrama, gewann vier Goldene Arenen, darunter die für den besten Film.
Der erste abendfüllende Spielfilm des Drehbuchautors und Regisseurs Igor Jelinović, "Koke", prägte das diesjährige Filmfestival in Pula. Das Werk, das aus einer zutiefst persönlichen Erfahrung entstand, kehrte mit gleich vier Goldenen Arenen nach Hause zurück und bestätigte sich als Sommerhit, der sowohl Publikum als auch Kritik überzeugte.
Der Film wurde in Pula mit der Großen Goldenen Arena für den besten Film ausgezeichnet, und es gab auch Auszeichnungen für das beste Drehbuch sowie für die beste Haupt- und Nebendarstellerin. Gerade die Schauspielerinnen Snježana Sinovčić Šiškov und Aleksandra Janković hauchten der Geschichte über familiäre Zwietracht mit ihren Darstellungen Leben ein. Sinovčić Šiškov spielt die titelgebende Figur Tonina, genannt Koke, während Aleksandra Janković ihre jüngere Schwester Tajana darstellt. Ihre Rollen wurden als außergewöhnlich überzeugend und konzentriert bewertet, und die Dialoge, die sie sprechen, wurden von der Kritik als lebensnah und pulsierend beschrieben.
Jelinović verhehlt nicht, dass der Film in seiner eigenen Familiengeschichte wurzelt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein hinterhältiges Doppelspiel, das eine Familie zerstört, wenn jemand unter dem Deckmantel der Fürsorglichkeit heimlich an sich reißt, was allen gehört. "Wäre meine Wut auf meine Tante und das, was sie meiner Familie angetan hat, nicht gewesen, gäbe es den Film nicht", erklärte der Regisseur ehrlich gegenüber Večernji list.
Eine Zuschauerin sagte mir, als sie hörte, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht: "Dass du dein Haus verloren hast, hat dich gerettet. Es hat deine Seele gerettet." Wahrscheinlich ist das auf einer gewissen Ebene tatsächlich so, denn solange wir dieses Haus hatten, habe ich es als selbstverständlich angesehen.
Dieses Zitat, das Jelinović weitergibt, offenbart eine paradoxe Katharsis, der Verlust des Materiellen wurde zur Grundlage für ein Kunstwerk, das von Ehre, Werten und der Unmöglichkeit der Versöhnung nach Verrat spricht.
"Koke" zeigt auf originelle Weise, wie und warum es zu einer unüberbrückbaren Kluft zwischen den Nächsten kommt. Die Botschaft des Regisseurs ist, wie Kritiker anmerken, sonnenklar, gerade weil sie aus authentischer Erfahrung gereift ist. Der Erfolg beim Pula-Festival ist eine Bestätigung, dass der kroatische Film eine starke Autorenstimme gewonnen hat, die aus den intimsten Traumata eine universelle Geschichte zu schmieden weiß.