Geschwollene Knöchel und Füße sind während der Sommerhitze keine Seltenheit. Wärme erweitert auf natürliche Weise die Blutgefäße, und langes Sitzen oder Stehen erschwert den Rückfluss des Blutes zum Herzen, wodurch sich Flüssigkeit in den unteren Extremitäten ansammeln kann. Eine solche leichte Schwellung, die in der Regel beide Beine betrifft und nach Ruhe oder Hochlagern der Beine zurückgeht, ist meist kein Grund zur Sorge.
Wann eine Schwellung zum Alarmzeichen wird
Anders verhält es sich, wenn die Schwellung plötzlich auftritt, ausgeprägter als gewöhnlich ist, den ganzen Tag anhält und auch nach dem Hochlagern des Beins nicht zurückgeht. "Das ist nicht die Art von Schwellung, die uns Sorgen bereitet", erklärte Dr. Michael Tran, Spezialist für Gefäßmedizin, gegenüber der Cleveland Clinic. Ein weiteres alarmierendes Signal ist ein neuer, unerklärlicher Schmerz, der einem starken Krampf ähnelt, insbesondere in der Wade.
Die Podiaterin Dr. Georgeanne Botek warnt, dass gewöhnliche Flüssigkeitsansammlungen fast immer beide Beine symmetrisch betreffen. Wenn Sie bemerken, dass nur eine Körperseite anschwillt, rät sie zu einer möglichst baldigen ärztlichen Abklärung, gerade wegen der Möglichkeit einer tiefen Venenthrombose. Eine Diagnose allein durch visuelle Untersuchung oder Abtasten des Beins ist nicht möglich.
Symptome einer tiefen Venenthrombose
Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS verursacht eine Thrombose am häufigsten pochende oder krampfartige Schmerzen in einem Bein, meist in Wade oder Oberschenkel. Neben den Schmerzen können Schwellungen, wärmere Haut bei Berührung, Rötung oder andere Hautverfärbungen sowie harte und empfindliche Venen auftreten. Wichtig zu wissen: Ein Teil der Betroffenen hat keinerlei sichtbare Symptome.
Wann Sie sofort Hilfe suchen sollten
Die gefährlichste Komplikation entsteht, wenn sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt, wo es eine Lungenembolie auslösen kann. Wenn Symptome wie Atemnot, beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen, die sich bei tiefem Einatmen oder Husten verschlimmern, Bluthusten, starker Schwindel oder Bewusstlosigkeit auftreten, muss sofort der Notruf gewählt werden.
Die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Blutgerinnseln steigt nach chirurgischen Eingriffen, Traumata, längerer Immobilität, während der Schwangerschaft und nach der Geburt, bei bösartigen Erkrankungen, früheren Thrombosen sowie nach langen Reisen ohne Bewegung. Auch die Einnahme von Verhütungsmitteln oder einer Hormontherapie, die Östrogen enthält, kann dieses Risiko erhöhen. Obwohl Hitze zu geschwollenen Beinen führen kann, deutet das Vorhandensein von Wärme allein nicht unbedingt auf ein Gerinnsel hin.