So funktionieren Blitzer: Sie erfassen auf 100 Meter
Das Innenministerium hat technische Details zu stationären Radargeräten in ganz Kroatien offengelegt, von der Erfassungsdistanz und Fehlertoleranzen bis zu den Bußgeldern für zu schnelles Fahren.
Das Innenministerium hat technische Details zu stationären Radargeräten in ganz Kroatien offengelegt, von der Erfassungsdistanz und Fehlertoleranzen bis zu den Bußgeldern für zu schnelles Fahren.
Viele Autofahrer in Kroatien wurden mindestens einmal vom Anblick eines Blitzergehäuses überrascht, was oft zu abruptem Bremsen und der Frage führte, ob ein Bußgeld kommt. Um die zahlreichen Unklarheiten zu beseitigen, erklärte das Innenministerium (MUP) gegenüber Index.hr am 10. August 2026 ausführlich, wie diese stationären Radarsysteme funktionieren, in welcher Entfernung sie messen und was passiert, nachdem ein Verstoß registriert wurde.
Die Zahl der Blitzergehäuse auf kroatischen Straßen steigt kontinuierlich. Nach den neuesten Daten sind derzeit 798 installiert, ein deutlicher Anstieg gegenüber 665 im Vorjahr. An der Spitze liegt die Polizeidirektion Split-Dalmatien mit 95 Gehäusen, gefolgt von der Polizeidirektion Zagreb mit 86, und auf dem dritten Platz liegt die Polizeidirektion Međimurje mit 62 Standorten, obwohl es sich um eine der kleineren Direktionen handelt.
In den Gehäusen befinden sich stationäre Radargeräte der Typen GATSO RT4 und POLCAM SmartEye ST-1, die elektromagnetische Wellen zur Geschwindigkeitsmessung nutzen. Moderne Geräte können gleichzeitig mehrere Fahrspuren überwachen und Fahrzeuge aus beiden Richtungen erfassen. "Die Geräte erfassen die Geschwindigkeit von Fahrzeugen in Entfernungen von 10 bis 100 Metern. Neben der Geschwindigkeit zeichnen die Kameras auch andere Daten auf, die zur Identifizierung des Fahrzeugs erforderlich sind (Kennzeichen, Fahrzeugtyp, Fahrspur, Fahrtrichtung, Datum und Uhrzeit, Seriennummer des Geräts, GPS-Koordinaten und weitere)", erklärte die Polizei gegenüber Index.hr.
Die Polizei verriet auch, dass Fahrer nicht mehr mit dem charakteristischen Blitz rechnen können, der sie auf die Aufnahme aufmerksam machen würde. Stattdessen ermöglicht eine diskrete Infrarotbeleuchtung die Aufnahme von Verstößen, ohne den Fahrer zu stören. Zudem stellen auch schlechte Wetterbedingungen kein Problem dar, da die Messgeräte für den Betrieb unter allen Bedingungen ausgelegt sind, einschließlich starkem Regen.
Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, berücksichtigen Polizeibeamte bei der Datenauswertung einen Sicherheitsabzug. "Die zulässigen Fehlergrenzen für die betreffenden Messgeräte betragen ± 3 km/h für Geschwindigkeiten bis 100 km/h bzw. ± 3 % für Geschwindigkeiten über 100 km/h. Bei der Feststellung von Verstößen rechnen die Polizeibeamten bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h einen Sicherheitsabzug von 10 km/h ein, bei Geschwindigkeiten über 100 km/h beträgt dieser Sicherheitsabzug 10 %", präzisierte die Polizei.
Neben der Geschwindigkeit können feste Kameras indirekt auch andere Verstöße erfassen, wie die Nutzung des Handys oder das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts, was bedeutet, dass eine einzige Durchfahrt zu mehreren Bußgeldern führen kann.
Der Prozess nach der Erfassung eines Verstoßes ist vollständig automatisiert. "Nachdem das Fahrzeug fotografiert wurde, wird das Bild über Kommunikationskanäle an das Informationssystem des Innenministeriums gesendet. Anhand des Kennzeichens werden dann die persönlichen Daten des Fahrzeughalters und seine Wohnadresse ermittelt. Auf Grundlage der gesammelten Daten wird eine Anzeige über den begangenen Verstoß generiert, die per Post an den Fahrzeughalter zugestellt wird", so die Polizei. Die Zustellzeit variiert je nach Direktion, aber der Täter kann nicht bestraft werden, bevor er die Benachrichtigung erhalten hat.
Obwohl Fehler selten sind, sind sie möglich, etwa durch Verdeckung durch ein anderes Fahrzeug oder Reflexion des Radarstrahls. "In einem relativ kleinen Prozentsatz der Fälle, bezogen auf die Gesamtzahl der aufgenommenen Fotos, kann es durch Reflexion des Radarstrahls zu einer fehlerhaften Geschwindigkeitsmessung kommen. Die Polizeibeamten sind auf solche Situationen geschult und können sie erkennen. Wir weisen darauf hin, dass jedes Gerät einmal jährlich in einer autorisierten Werkstatt kalibriert und geeicht wird", betonte das Innenministerium. Was Motorradfahrer betrifft: Wenn das Kennzeichen erfasst wurde, ist das Verfahren dasselbe wie bei Autos; andernfalls wird eine kriminalpolizeiliche Ermittlung zur Identitätsfeststellung eingeleitet.
Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen hängen vom Ort und dem Grad des Verstoßes ab. Feste Kameras sind immer deutlich mit einem Verkehrsschild gekennzeichnet und werden nicht unmittelbar nach einem Geschwindigkeitsbegrenzungsschild aufgestellt. Innerorts reichen die Bußgelder von 30 Euro für eine Überschreitung bis 10 km/h bis zu einem Bereich von 1320 bis 2650 Euro für eine Überschreitung von mehr als 50 km/h. Außerorts beträgt das Mindestbußgeld 60 Euro für eine Überschreitung von 10 bis 30 km/h, während bei mehr als 50 km/h über dem Limit Fahrer ein Bußgeld von 660 bis 1990 Euro riskieren.