Autobesitzer mit Zahnriemen unterschätzen oft das Risiko, das dieses scheinbar kleine Bauteil birgt. Der Automobilexperte Roberto Mazzu hat für AutoEveryEye einige Regeln zusammengestellt, die helfen können, schwere Motorschäden zu vermeiden. Seine Botschaft ist eindeutig: Es gibt keine 'Wundertricks', und der Schlüssel liegt in rechtzeitiger Wartung, der Überwachung des Verschleißes und dem Reagieren auf Anzeichen von Problemen, bevor es zu spät ist.
Wann sollte der Zahnriemen gewechselt werden?
Die wichtigsten Faktoren sind Laufleistung und Alter. Selbst wenn das Fahrzeug keine hohe Laufleistung erreicht, verschleißt der Zahnriemen mit der Zeit. Mazzu empfiehlt als konservativen Ansatz eine Kontrolle oder einen Wechsel bei etwa 60.000 Kilometern, aber am wichtigsten ist es, das vom Hersteller des jeweiligen Fahrzeugs festgelegte Wartungsintervall einzuhalten.
Dasselbe gilt für das Alter des Riemens. Man sollte sich nicht von der Vorstellung leiten lassen, dass alles in Ordnung ist, nur weil keine sichtbaren Symptome auftreten. Bei einigen Autos schreiben die Hersteller einen Wechsel nach einer bestimmten Anzahl von Jahren vor, unabhängig von der Laufleistung. Daher sollten die Empfehlungen aus dem Serviceheft und vom Hersteller wichtiger sein als allgemeine Regeln.
Achten Sie auf Öllecks
Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Austreten von Motoröl und anderen Flüssigkeiten gelten. Wenn Öl auf den Zahnriemen gelangt, der nicht für den Betrieb im Öl ausgelegt ist, kann dies den Materialverschleiß beschleunigen. Daher sollten eventuelle Undichtigkeiten an Dichtungen und Simmerringen nicht ignoriert werden.
Bei Motoren mit Zahnriemen, der im Öl läuft, ist die Situation anders, aber auch hier ist es entscheidend, das genau vorgeschriebene Motoröl zu verwenden, da eine falsche Spezifikation das Riemenmaterial schädigen kann.
Nicht nur der Riemen wird gewechselt
Wenn es Zeit für den Zahnriemenwechsel ist, ist es oft ratsam, gleichzeitig andere Komponenten des Ventiltriebs zu ersetzen, wie Spannrollen und zugehörige Lager. Bei vielen Motoren wird im selben Arbeitsgang auch die Kühlmittelpumpe gewechselt, insbesondere wenn sie vom Zahnriemen angetrieben wird. Der Grund ist klar: Ein großer Teil der Kosten entfällt auf die Arbeitszeit, daher macht es wenig Sinn, eine alte Komponente zu belassen, die bald denselben Arbeitsgang erfordern könnte.
Mazzu betont auch die Bedeutung der ordnungsgemäßen Wartung des Motoröls. Das Wechselintervall sollte nicht blind festgelegt werden; es sollte auf den Anweisungen des Herstellers, dem Fahrverhalten und der Ölsorte basieren.
Die Servicehistorie kann entscheidend sein
Regelmäßige Wartung ist besonders wichtig, solange das Auto unter Herstellergarantie steht. Der Besitzer muss nachweisen können, dass alle Arbeiten gemäß den vorgeschriebenen Fristen mit den richtigen Teilen und Flüssigkeiten durchgeführt wurden. Obwohl dies nicht bedeutet, dass die Wartung in einer Vertragswerkstatt erfolgen muss, kann eine ordentliche Wartungsdokumentation entscheidend sein, wenn später eine Reklamation beim Hersteller eingereicht wird.
Die Kernbotschaft ist klar: Man sollte nicht warten, bis der Zahnriemen sichtbare Anzeichen eines Defekts zeigt. Bei ihm ist es günstiger, ihn vorbeugend zu ersetzen, als sich den Folgen eines Risses zu stellen, der zu schweren Schäden an Ventilen, Kolben und Motor führen kann.