In Kroatien ist nach Angaben, die Pavle Kalinić zitiert, von etwa 60.000 Tonnen vergrabenen Abfalls aus anderen EU-Ländern bekannt. Allein in der Lika wird die Menge auf 37.000 Tonnen geschätzt. Darüber sprach Kalinić im Podcast Felix Contras, dessen neue Folge am 13. August 2026 veröffentlicht wurde, wie Narodno.hr berichtet.
Für ihn ist die Schlüsselfrage nicht nur, wo der Abfall gelandet ist, sondern wie er überhaupt die kroatische Grenze überqueren und unter der Erde verschwinden konnte. Jahrelang, so sagte er, werde dieses Thema vernachlässigt, obwohl es potenzielle Auswirkungen auf Menschen, Wasser und Natur habe.
"Über etwa 60.000 Tonnen ist bekannt, wie konnte das alles nach Kroatien gelangen?", fragte Kalinić im Podcast Felix Contras.
Zoll, Inspektionen und Politik
Ein solches Geschäft, behauptet Kalinić, hätte nicht ohne Versäumnisse oder Verantwortlichkeiten von Teilen des staatlichen Systems ablaufen können, vom Zoll und den Inspektionen bis hin zu politischen Strukturen. Besonders betont er das Risiko des Eindringens gefährlicher Stoffe in den Boden und in Gewässer. Die Ernsthaftigkeit möglicher Folgen beschreibt er mit einem sehr schweren Wort und vergleicht sie mit Bioterrorismus.
Wenn Abfallmengen in Zehntausenden Tonnen gemessen werden, ist die Schlüsselfrage nicht mehr nur die Identifizierung desjenigen, der Transport und Ablagerung durchgeführt hat. Auf dem Tisch liegt auch die Feststellung der Verantwortung für die Durchführung der Überwachung, die Ergreifung angemessener Maßnahmen sowie die Bewertung der tatsächlichen Bedrohung für die lokale Bevölkerung.
Ein Staat ohne langfristigen Plan
Kalinić geht in der Sendung auch auf das allgemeine Funktionieren des Staates ein, auf entlassene Minister, die Verwaltung des Veteranen-Fonds sowie das Verhältnis der politischen Macht zu Institutionen und strategischen Ressourcen. Er setzt sich für eine stärkere heimische Landwirtschaft, die Wiederbelebung des Schiffbaus und der Rüstungsindustrie, die Schaffung strategischer Lebensmittel- und Medikamentenvorräte sowie die Verbesserung der Luftverteidigung ein.
Seine Hauptbotschaft während des gesamten Gesprächs bleibt dieselbe: Ein Staat ohne langfristigen Plan kann sein Territorium, seine Ressourcen und seine Menschen nur schwer verteidigen. Und gerade im Fall des Abfalls ist diese Frage am konkretesten. Was einmal im kroatischen Boden vergraben wird, verschwindet nicht einfach, nur weil man aufhört, darüber zu sprechen.