Russland hat in seine Drohnen Geran und Gerbera chinesische Kommunikationsmodule eingebaut, die es ihnen ermöglichen, auch unter starkem ukrainischem elektronischem Störfeuer verbunden zu bleiben. Es handelt sich um das System XK-F358, das ein sogenanntes Mesh-Netzwerk erzeugt. Laut Euromaidan Press ist das Gerät weiterhin frei erhältlich und nicht von den Sanktionen westlicher Länder betroffen.
Mesh-Netzwerk als Antwort auf Störungen
Das Kommunikationsmodul XK-F358 ermöglicht die Vernetzung mehrerer Drohnen zu einem Netzwerk, das die Kommunikation auch dann aufrechterhalten kann, wenn einzelne Verbindungen gestört oder vollständig unterbrochen sind. Genau diese Eigenschaft macht es zu einer Schlüsselkomponente in den russischen Bemühungen, ihre Drohnen widerstandsfähiger gegen ukrainische Systeme der elektronischen Kriegsführung zu machen, die bisher sehr effektiv bei der Störung von Navigation und Kommunikation waren.
Besonders bezeichnend ist, dass das XK-F358 trotz nachgewiesener Kriegsverwendung weiterhin auf dem freien Markt erhältlich ist. Der Preis für ein Modul liegt bei etwa 8.100 US-Dollar, und es steht weder auf den US-amerikanischen, europäischen, britischen noch ukrainischen Sanktionslisten für Güter. Dies lässt Russland die Möglichkeit, Schlüsselkomponenten über kommerzielle Kanäle zu beschaffen, trotz jahrelanger Bemühungen westlicher Länder, die Lieferketten zu unterbrechen, die der russischen Militärindustrie Zugang zu Elektronik, Chips und anderen Gütern mit doppeltem Verwendungszweck verschaffen.
Russland baut ein eigenes Starlink
Parallel zur Nutzung chinesischer Module versucht Moskau, die Abhängigkeit von ausländischen Kommunikationssystemen durch die Entwicklung eines eigenen Satellitennetzwerks zu verringern. Nach Informationen von Euromaidan Press plant Russland, bis 2027 über 292 Satelliten im Rassvet-System zu verfügen, das als inländische Alternative zu Starlink konzipiert ist.
Das Netzwerk ermöglicht bereits jetzt kurzzeitige Kommunikationsverbindungen, wenn einzelne Satelliten über ukrainisches Territorium fliegen, und Kiew erwägt angeblich Möglichkeiten, dessen militärische Nutzung einzuschränken. All dies deutet darauf hin, dass der Konflikt mit unbemannten Luftfahrzeugen zunehmend nicht nur im Luftraum, sondern auch in den Bereichen Kommunikation, Elektronik und Satellitensysteme ausgetragen wird.
Ukraine bleibt nicht untätig
Während Russland nach Wegen sucht, die ukrainische Verteidigung zu umgehen, entwickelt Kiew parallel eigene technologische Lösungen. Unter den neueren Lösungen sticht besonders die Abfangdrohne Spider hervor, die die feindliche Drohne nicht durch direkten Aufprall zerstört, sondern ein Netz abwirft und anschließend zurückkehren und wiederverwendet werden kann.
In Vorbereitung ist auch die neue Plattform Avengers Labs, auf der Algorithmen der künstlichen Intelligenz mit Millionen von Videos vom Schlachtfeld trainiert werden. Parallel dazu arbeitet die Ukraine auch an neuen Systemen der elektronischen Kriegsführung, die dem Schutz der eigenen, teureren Drohnen dienen sollen. Der technologische Wettlauf zwischen den beiden Seiten zeigt also keine Anzeichen einer Verlangsamung.