Fahrer von Elektroautos fragen sich bei sommerlicher Hitze oft, wie stark die eingeschaltete Klimaanlage die Reichweite ihres Fahrzeugs beeinflusst. Die Antwort ist nicht einfach, aber Messungen des deutschen Automobilclubs ADAC geben ein klareres Bild: Der größte Einfluss auf die Batterie tritt in den ersten Minuten nach dem Einstieg in ein stark aufgeheiztes Fahrzeug auf.
Das anfängliche Kühlen ist der größte Verbraucher
Wenn ein Auto stundenlang in der Sommersonne steht, kann die Temperatur im Innenraum um mehrere Dutzend Grad über der Außentemperatur liegen. Unter solchen Bedingungen muss die Klimaanlage beim Einschalten mit voller Leistung arbeiten, um so schnell wie möglich eine angenehme Temperatur zu erreichen. Laut ADAC kann das System in dieser Anfangsphase mehrere Kilowatt Leistung verbrauchen.
Das bedeutet, dass eine kurze Stadtfahrt, zum Beispiel von zu Hause zum Geschäft, proportional einen größeren Reichweitenverlust spürt. Die Energie, die für das anfängliche Kühlen aufgewendet wird, kann nicht auf viele Kilometer "verteilt" werden. Die Situation ist auf längeren Autobahnfahrten deutlich anders, wo sich dieser anfängliche Stoß auf eine wesentlich größere Anzahl gefahrener Kilometer verteilt und nahezu vernachlässigbar wird.
Klimaanlage im Sommer vs. Heizung im Winter
Interessanterweise reduziert die Klimaanlage im Sommer laut denselben Quellen in der Regel die Reichweite eines Elektroautos weniger als die Heizung im Winter. Das Aufheizen des Innenraums bei sehr niedrigen Temperaturen kann deutlich mehr Energie erfordern, insbesondere bei Modellen ohne Wärmepumpe. Dennoch bedeutet das nicht, dass der Einfluss im Sommer vernachlässigt werden sollte.
Wie man den Verbrauch senkt und die Reichweite erhält
Es gibt mehrere einfache, aber effektive Möglichkeiten, den anfänglichen Stoß auf die Batterie abzumildern. Der wichtigste Tipp ist, das Auto zu kühlen, während es noch am Ladegerät angeschlossen ist. Auf diese Weise stammt die Energie für das anfängliche Kühlen aus dem Stromnetz und nicht aus der Batterie, sodass Sie mit einem kühleren Innenraum und einem volleren Akku losfahren.
Weitere nützliche Gewohnheiten sind das kurze Lüften des Innenraums durch Öffnen der Fenster vor dem Einschalten der Klimaanlage, um die heißeste Luft herauszulassen. Die Verwendung einer Sonnenblende für die Windschutzscheibe und das Parken im Schatten, wann immer möglich, reduzieren ebenfalls die anfängliche Aufheizung und den Bedarf an starker Kühlung erheblich.
Kein Grund, ohne Klimaanlage zu fahren
Die wichtigste Schlussfolgerung für alle Fahrer von Elektroautos ist, dass die Klimaanlage zwar tatsächlich Energie verbraucht und die Reichweite verringert, der größte Einfluss jedoch nur von kurzer Dauer ist. Sobald sich die Temperatur im Innenraum stabilisiert hat, ist für deren Aufrechterhaltung deutlich weniger Energie erforderlich. Daher gibt es auch bei großer Sommerhitze keinen Grund, die Nutzung der Klimaanlage zu vermeiden, insbesondere wenn die genannten Spartipps angewendet werden.