Die Schiedsrichterkommission des kroatischen Fußballverbands (HNS) veröffentlichte am 11. August 2026 eine Analyse der strittigen Szenen aus der 2. Runde der SuperSport HNL, wobei zwei Spiele im Mittelpunkt standen. Kommissionspräsident Bertrand Layec und seine Mitarbeiter kamen zu dem Schluss, dass Istra 1961 in der 89. Minute des Auswärtsspiels bei Hajduk auf Poljud ein Elfmeter verwehrt wurde, während VAR-Schiedsrichter Ivan Matić es versäumte, einzugreifen.
Doppelter Schlag für Istra in der Schlussphase
Das Spiel, das 2:2 endete, brachte zwei strittige Szenen im Strafraum von Hajduk. Die erste ereignete sich in der 63. Minute, als der Torhüter der Gastgeber, Toni Silić, nach einer Ecke ungeschickt reagierte und beim Versuch, den Ball mit der rechten Hand zu fangen, das Schienbein von Istras Stürmer Antonio Maurić berührte. Die Kommission bewertete, dass dieser Kontakt "an Intensität mangelt und es laut Videoaufnahme unmöglich ist, seine Auswirkung auf den Angreifer festzustellen", und unterstützte die Entscheidung von Schiedsrichter Mateo Erceg, keinen Elfmeter zu geben und auf eine VAR-Intervention zu verzichten.
Ein völlig anderes Fazit wurde jedoch für die Szene in der 89. Minute gezogen. Hajduks Verteidiger Alec van Hoorenbeeck traf beim Sprung mit dem Ellbogen den Kopf von Hamza Jaganjac. Die Kommission war deutlich: "Beim Sprung springt der Verteidiger höher als der Angreifer und versucht, den Ball mit dem Kopf zu spielen, jedoch setzt er den linken Ellbogen unzulässig und übermäßig ein, indem er den Angreifer am Kopf trifft, wobei er letztlich den Ball nicht spielt/berührt." Layec und seine Mitarbeiter erwarteten die Vergabe eines Strafstoßes und eine gelbe Karte für Van Hoorenbeeck, mit einer obligatorischen Intervention von VAR-Schiedsrichter Ivan Matić, die ausblieb.
Rote Karte für Ziehen am Schiedsrichter
Neben dem Derby auf Poljud wurde auch das Spiel zwischen Lokomotiva und Gorica analysiert. In der 45. Minute, nachdem er bereits eine gelbe Karte erhalten hatte, näherte sich Lokomotiv-Spieler Ivan Katić dem Schiedsrichter Škobić von hinten und zog ihn am Trikot. Die Kommission war unmissverständlich: "Ein solches Verhalten von Spielern wird nicht toleriert. Der Spieler von Lokomotiva mit der Nummer 8 hätte wegen Respektlosigkeit gegenüber dem Offiziellen des Feldes verwiesen werden müssen." Es wurde betont, dass der VAR hätte eingreifen müssen oder der Schiedsrichter selbst eine Überprüfung der Aufnahme hätte verlangen müssen, mit der Erinnerung, dass "die Autorität des Schiedsrichters und der Respekt ihm gegenüber entscheidend sind".
Istra erneut von Fehlentscheidungen betroffen
Für den Verein aus Pula ist dies bereits der zweite bestätigte Schiedsrichterfehler zu ihren Ungunsten in nur zwei Runden der neuen Saison. Nachdem ihnen in der ersten Runde gegen Lokomotiva ein reguläres Tor zu Unrecht aberkannt wurde, blieben sie nun auch ohne Strafstoß in der Schlussphase des Spiels auf Poljud. Der Verein hatte bereits zuvor betont, dass sie ausschließlich eine gleichberechtigte Behandlung und ein einheitliches Kriterium fordern, und die offizielle Bestätigung der Kommission verleiht ihren Behauptungen nun Gewicht, dass ihnen in der Anfangsphase der Meisterschaft wichtige Punkte vorenthalten wurden.