Während der Rest Kroatiens am vergangenen Wochenende seinen gewohnten Rhythmus lebte, waren die Bewohner von Konavle buchstäblich in ihren Häusern gefangen. Die Verkehrsblockade, die diese Region lahmlegte und durch enorme Staus an den Grenzübergängen verursacht wurde, war für die meisten Bürger nur eine kurze Meldung. Doch für die Konavler war es eine weitere Episode, die die systematische Vernachlässigung des Südens durch die Zentralregierung offenbart.
"Seien wir realistisch, dass Konavle am vergangenen Wochenende in einer Verkehrsblockade steckte, dass die Konavler zwei Tage lang nicht aus ihren Häusern konnten, ist nur ihr Problem", stellt der Autor der am 8. August 2026 auf dem Portal Slobodna Dalmacija veröffentlichten Kolumne ironisch fest und fügt hinzu, dass viele im Land sogar zufrieden seien, weil man im Süden ja nur Touristen "schröpfe".
Acht Jahre Warten auf eine zwei Kilometer lange Spur
Der Autor geht in dem Text auf die jahrelange Qual und Warnungen ein, die systematisch auf taube Ohren stoßen. Er erinnert daran, dass Tonči Peović vor acht Jahren den damaligen Polizeichef Nikola Milina fragte, warum Kroatien die Grenze nicht auf Schengen-Standards vorbereitet habe. Milina habe ihn, so der Autor, "beinahe für einen Idioten erklärt" und beteuert, dass alles bereit sei. "Der erste Polizist Kroatiens hat gelogen, ohne mit der Wimper zu zucken", schreibt der Kolumnist.
In der Zwischenzeit hat sich nichts geändert. Derselbe Autor wies vor zwei Jahren auf die absurde Situation an den Übergängen Karasovići und Brgat hin, wo die Trennung von EU- und Nicht-EU-Reisenden nur 200 Meter von der Polizeihütte entfernt möglich ist, während sich die Staus bis zu 20 Kilometer erstrecken. "Selbst die dümmste Regierung hätte in 8 Jahren 2 km Nebenstrecke bauen können", betont er und weist darauf hin, dass Hrvatske ceste in den zwei Jahren seit seiner Warnung fast nichts unternommen haben.
'Die Oberen in Brüssel und Zagreb wissen nicht, wie das ist'
Besonders scharf beschreibt er das Leid der Menschen, die in ihren Autos gefangen sind. "Die Oberen in Brüssel und Zagreb wissen nicht, wie es ist, bei 38 Grad 5 oder 10 Stunden in einer Kolonne zu stehen, mit zwei Kindern im Auto, dessen Motor wegen der Klimaanlage läuft, ohne Toilette, ohne Wasser. Und es ist ihnen auch egal." Zudem wird erwähnt, dass Lastwagen nur auf Pelješac aus dem Verkehr gezogen werden können, was die ohnehin chaotische Situation weiter erschwert.
Der Kolumnist spart auch nicht mit Kritik an staatlichen Unternehmen und Politikern und behauptet, dass "ihren politischen Sponsoren in der Regierung Dubrovnik und Konavle egal sind". Ironisch kommentiert er, dass die Regierung jetzt damit prahle, eine Lösung gefunden zu haben, aber tatsächlich "sich genau an die Lösung erinnert haben, über die wir seit Jahren schreiben. Sie schreiben aus Zeitungen ab. Schämen sie sich nicht!?"
Stolz auf die Konavler und Hut ab vor Lasić
Trotz aller Bitterkeit endet der Text in einem positiven Ton. Der Autor drückt seinen Stolz auf die lokale Bevölkerung aus, die, obwohl sie "für die Dummheiten anderer bezahlt haben", den in den Kolonnen gefangenen Menschen halfen und das auf eigene Kosten. Besonders hebt er Božo Lasić hervor, dem er "für alles, was er getan hat, den Hut zieht".
Außerdem lobt er auch die Ausländer in der Kolonne, die diesmal ihren Zorn nicht an Unschuldigen ausgelassen haben, und erinnert an den Vorfall vor zwei Jahren, als eine wütende Menge die Familie Prlenda angriff. "Sogar den unglücklichen Menschen in der Kolonne ziehe ich den Hut, dass sie dieses Jahr nicht ausgerastet sind", schließt der Autor.
Der kroatischen Regierung ist das im Grunde egal. Wenn sie das lesen, werden sie sagen, ich lüge, weil sie uns die Pelješac-Brücke gebaut haben. Danke, das wäre nicht nötig gewesen, ihr hättet uns für dieses Geld in Konzession geben können.
Mit der Bemerkung, dass die Pelješac-"Schnellstraße" eigentlich ein "dünner Darm mit zwei Überholmöglichkeiten" sei und die Bahnanbindung schlechter als in Afrika, schließt der Autor, dass der Süden Kroatiens weiterhin das "fünfte Rad am Wagen" sei, sich selbst überlassen, während politische Spiele Hunderte Kilometer weiter nördlich gespielt werden.