Die Abgänge von Julian Brandt und Karim Adeyemi haben eine spürbare Lücke in den Offensivreihen von Borussia Dortmund hinterlassen. Der kroatische Trainer Niko Kovač macht keinen Hehl daraus, dass er dringend Ersatz benötigt, und die Vereinsführung um Sportdirektor Ole Book ist bereit, tief in die Tasche zu greifen, um ihm seine Wünsche zu erfüllen. Im Visier ist das 19-jährige Juwel aus Köln, Said El Mala, für das ein Angebot vorbereitet wird, das das größte in der Vereinsgeschichte werden könnte.
Karetsas angekommen und getroffen, El Mala wird erwartet
Die erste Schwalbe in Kovačs Offensiv-Erneuerung ist bereits gelandet. Vor einer Woche verpflichtete Borussia für 30 Millionen Euro den 18-jährigen griechischen Mittelfeldspieler Konstantinos Karetsas von Genk. Der Youngster, den das kroatische Publikum aus den Frühjahrsduellen mit Dinamo in der Conference League kennt, debütierte auf beeindruckende Weise. Beim 3:2-Sieg gegen Arsenal im Emirates Cup in London am Sonntag erzielte er ein wunderschönes Tor und zeigte sofort, warum er verpflichtet wurde. Interessanterweise verpasste Karetsas das Rückspiel gegen Dinamo (3:3) wegen einer Verletzung, was jedoch das Interesse von Borussia an seinen Diensten nicht schmälerte.
Doch während Karetsas bereits Teil des Teams ist, haben sich die Verhandlungen um El Mala kompliziert. Borussia hatte vor einem Monat Köln ein erstes Angebot von 30 Millionen Euro plus Boni unterbreitet, woraufhin eine kalte Dusche in Form einer Ablöseforderung von 50 Millionen Euro folgte. Dortmund versuchte, das Angebot auf 45 Millionen Euro mit Boni zu erhöhen, aber eine Antwort aus Köln blieb aus.
Neues Angebot bricht Vereinsrekord
Nun, so die Informationen des Kölner "Express", kommt der entscheidende Schritt. Das neue und endgültige Angebot von Borussia Dortmund beläuft sich auf satte 55 Millionen Euro, davon 48 Millionen Euro feste Ablöse und die restlichen sieben Millionen Euro als Boni. Sollte der Transfer realisiert werden, soll El Mala einen Fünfjahresvertrag im Wert von fünf Millionen Euro pro Saison unterschreiben.
Mit dieser Summe würde der bisherige Vereinsrekord übertroffen. Denn das meiste, was Borussia bisher für einen Spieler zahlte, waren 35 Millionen Euro für Ousmane Dembélé von Rennes. Es folgen Sébastien Haller von Ajax (31 Millionen Euro), Mats Hummels von Bayern (30,5 Millionen Euro) sowie die Brüder Jude und Jobe Bellingham, die für jeweils 30 Millionen Euro von Birmingham City und Sunderland geholt wurden.
Straßenfußballer, den sein Bruder vor dem Aufgeben rettete
Wer ist der junge Mann, für den Kovač bereit ist, den Rekord zu brechen? Said El Mala wurde in Krefeld geboren, Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter. Er ist 187 Zentimeter groß, was für einen Flügelstürmer ungewöhnlich ist, aber seine Explosivität, Agilität und Vertikalität im Eins-gegen-Eins widerlegen alle Stereotypen. Experten vergleichen ihn mit dem ehemaligen Bayern-Flügel Kingsley Coman und betonen, dass er "das Talent eines Straßenfußballers besitzt, eine Art Spieler, den man im modernen Fußball immer seltener sieht".
Sein Weg zu den Sternen war alles andere als einfach. Mit 14 Jahren schaffte er die Auswahl bei Borussia Mönchengladbach nicht und stand kurz davor, den Fußball völlig aufzugeben. Der Wendepunkt war sein älterer Bruder Malik, der ihn buchstäblich "an die Hand nahm" und zum lokalen Verein Meerbusch brachte.
"Ich bin Malik dankbar, dass ich Fußball spiele, wäre er nicht gewesen, hätte ich aufgegeben", sagte Said El Mala gegenüber deutschen Medien.
Der Spieler selbst glaubt, dass genau diese Tage seinen einzigartigen Stil geprägt haben. "Nach dem Training im Verein spielten Malik und ich oft mit Freunden auf den örtlichen Plätzen. Wir konnten damals völlig frei sein, wir konnten alles ausprobieren, viel dribbeln, Eins-gegen-Eins spielen. Und das hat mir sicherlich bei meiner Entwicklung geholfen", fügte er hinzu.
Meteorischer Aufstieg und prophetische Worte
Sein Aufstieg in den letzten zwei Jahren war meteorisch. Sein Senioren-Debüt gab er mit knapp 17 Jahren auf Leihbasis beim Drittligisten Viktoria Köln, wo er sofort beim 1:0-Sieg gegen Lübeck traf. In dieser Saison absolvierte er für Viktoria 32 Spiele, erzielte 13 Tore und gab fünf Vorlagen. Im Juni 2024 unterschrieb Köln Profiverträge mit Said und seinem Bruder Malik, woraufhin beide sofort auf eine neue Leihe zu Viktoria geschickt wurden. In der letzten Saison erzielte er für Köln in 36 Spielen 13 Tore und gab fünf Vorlagen und avancierte zu einem der begehrtesten Namen der Transferperiode.
Sein ehemaliger Trainer Lukas Kwasniok hatte bereits im Januar 2026 prophetisch diesen Ausgang angekündigt: "Machen wir uns nichts vor, Said wird nicht zehn Jahre bei uns bleiben! Er entwickelt sich hervorragend, und eines Tages werden wir ihn für eine unglaubliche Menge Geld verkaufen." Köln, das nun von Rene Wagner trainiert wird, beabsichtigt nicht, unter die festgelegten 50 Millionen Euro zu gehen, und es scheint, dass Borussia bereit ist, sogar mehr zu zahlen.
Ole Book ist sich des Drucks und der Forderungen von Kovač bewusst. "Wir wissen, was wir wollen, wir müssen die Offensivpositionen verstärken. Es ist klar, dass wir so schnell wie möglich Verstärkungen holen möchten, aber die Gesetze des Marktes müssen respektiert werden, wir müssen mit der Zeit gehen. Das Timing ist in solchen Situationen absolut entscheidend", sagte der Sportdirektor von Borussia.