Verdauungsbeschwerden werden oft auf Stress, ungesunde Ernährung oder kurzzeitige Probleme zurückgeführt. Wenn die Symptome jedoch regelmäßig wiederkehren, mehrere Wochen anhalten oder sich im Laufe der Zeit verschlimmern, sollten sie ernst genommen werden. Wie Dnevno.hr am 17. August 2026 berichtet, können sie manchmal auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hinweisen, von denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa die bekanntesten sind.
Diese Erkrankungen sind chronisch und durch einen Wechsel von aktiven Entzündungsphasen und symptomfreien Intervallen gekennzeichnet. Sie werden üblicherweise mit Durchfall, Bauchschmerzen und Blut im Stuhl in Verbindung gebracht, aber die Symptome variieren von Patient zu Patient. Die Krankheit kann langsam fortschreiten, und einige Anzeichen müssen nicht unbedingt mit dem Verdauungssystem zusammenhängen.
Müdigkeit, die auch nach Ruhe nicht verschwindet
Ein Symptom, das oft übersehen wird, ist anhaltende und unerklärliche Müdigkeit. Eine Person kann sich selbst nach ausreichend Schlaf erschöpft fühlen, und alltägliche Aufgaben können plötzlich als viel anstrengender empfunden werden als zuvor. Der Grund dafür kann die chronische Entzündung selbst sein, aber auch eine Anämie, die durch Blutungen im Verdauungstrakt, verminderte Aufnahme von Eisen und anderen Nährstoffen oder unzureichende Nahrungsaufnahme entsteht.
Gewichtsverlust ohne offensichtlichen Grund
Ein Warnzeichen kann auch unbeabsichtigter Gewichtsverlust sein. Eine aktive Entzündung kann die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen, und Schmerzen oder Unwohlsein nach dem Essen können zu einer geringeren Nahrungsaufnahme führen. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn eine Person ohne Änderung der Ernährung oder körperlichen Aktivität an Gewicht verliert und gleichzeitig Durchfall, Bauchschmerzen oder ausgeprägte Müdigkeit auftreten.
Gelegentlich erhöhte Körpertemperatur ohne offensichtlichen Grund kann ebenfalls ein Zeichen für eine aktive Entzündung sein. Die Temperatur allein beweist keine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, aber wenn sie zusammen mit anhaltenden Verdauungsbeschwerden auftritt, kann sie ein Grund für eine ärztliche Abklärung sein.
Anämie und extraintestinale Symptome
Anämie ist ebenfalls häufig bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Neben Müdigkeit kann sie Blässe, Schwäche, Schwindel, Herzrasen und Atemnot bei Belastung verursachen.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa müssen nicht nur den Darm betreffen. Es handelt sich um systemische Erkrankungen, die bei einigen Patienten auch Symptome außerhalb des Verdauungssystems verursachen können. Dazu gehören Gelenkschmerzen und -entzündungen, Hautveränderungen, Geschwüre im Mund sowie Augenentzündungen. Wenn sich das Auge plötzlich rötet, schmerzt oder sehr lichtempfindlich wird, ist eine ärztliche Beurteilung erforderlich.
Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten
Veränderungen beim Stuhlgang sind eines der wichtigsten Warnzeichen. Anhaltender oder häufig auftretender Durchfall, Schleim im Stuhl, Krämpfe und Bauchschmerzen sowie ein starker und plötzlicher Stuhldrang können Anzeichen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sein. Bei Colitis ulcerosa kann auch das Gefühl auftreten, dass der Darm nicht vollständig entleert ist, also ein ständiger Drang zur Toilette.
Gelegentliche Verdauungsbeschwerden sind sehr häufig und deuten in der Regel nicht auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Eine Untersuchung sollte jedoch nicht aufgeschoben werden, wenn die Symptome anhalten oder wiederkehren, insbesondere wenn Blut im Stuhl, anhaltender Durchfall, unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber, ausgeprägte Schwäche oder starke und anhaltende Bauchschmerzen auftreten.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Symptome nicht nur für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa spezifisch sind. Sie können auch bei Infektionen, Zöliakie, Reizdarmsyndrom und vielen anderen Erkrankungen auftreten, weshalb die Diagnose nicht allein anhand der Symptome gestellt werden kann.
Der Arzt kann bei Bedarf Blutuntersuchungen und eine Stuhlanalyse durchführen, einschließlich des fäkalen Calprotektins, das zur Beurteilung des Vorliegens einer Darmentzündung dienen kann. Je nach den Ergebnissen können endoskopische oder bildgebende Untersuchungen angezeigt sein. Eine rechtzeitige Erkennung der Erkrankung ist entscheidend für die Kontrolle der Entzündung und die Verringerung des Risikos von Komplikationen.