Die litauische Regierung hat am Mittwoch, dem 12. August 2026, Änderungen am Plan für den Bau von Verteidigungsbefestigungen entlang der Grenzen zu Belarus und der russischen Oblast Kaliningrad genehmigt. Das vom litauischen Verteidigungsministerium vorbereitete Projekt sieht die Einrichtung eines völlig neuen Verteidigungsgürtels und die Ausweitung bestehender Maßnahmen zur Erschwerung der Bewegung potenzieller Gegner vor.
Für die Umsetzung dieses ambitionierten Plans sind 50 Millionen Euro vorgesehen. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Tomas Mikelkevičius erläuterte, ist das Ziel, das litauische Gelände und ingenieurtechnische Maßnahmen bestmöglich zu nutzen, um bei Bedarf den Vormarsch des Gegners zu behindern und günstigere Bedingungen für das Wirken der eigenen Streitkräfte zu schaffen.
"Militärische Antimobilität ist ein wichtiger Bestandteil der litauischen Verteidigungsbereitschaft. Wir streben danach, das litauische Gelände und ingenieurtechnische Maßnahmen bestmöglich zu nutzen, um die Bewegung des Gegners bei Bedarf zu behindern und günstigere Bedingungen für das Wirken unserer Streitkräfte zu schaffen", erklärte Mikelkevičius.
Gürtel bis zu 150 Meter breit und 50 Ingenieurparks
Gemäß dem Regierungsbeschluss wird entlang der Grenze zu Belarus und der Oblast Kaliningrad ein Landstreifen von 20 Metern Breite gebildet. In operativen Gebieten, die von den litauischen Streitkräften identifiziert wurden, können diese Gürtel eine Breite von bis zu 150 Metern erreichen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist bis Ende 2028 geplant.
Verteidigungsminister Robertas Kaunas erklärte gegenüber Journalisten, dass ein detaillierter Plan entwickelt wurde, der beschreibt, wie die Zonen von 5, 20 und 50 Kilometern aussehen werden, welche Befestigungen errichtet werden sollen und welche Entscheidungen zu treffen sind. Die Anzahl der militärischen Ingenieurparks für Antimobilität wird von derzeit 27 auf 50 Standorte erhöht; das erweiterte Programm soll bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen sein. Die gesamte Initiative soll bis Ende 2030 abgeschlossen sein.
Die ursprüngliche Frist für den Abschluss der Arbeiten war laut Regierungsresolution von 2024 der 1. April 2025. Das Verteidigungsministerium beantragte eine Verlängerung der Frist gerade wegen der Erhöhung der Anzahl der Parks und des Arbeitsumfangs.
Breiterer Kontext: Luftpatrouillen und Kampf gegen illegale Migration
Die Stärkung der litauischen Grenzen erfolgt in einer Zeit verstärkter Sicherheitsaktivitäten an der Ostflanke der NATO. Am Mittwoch, dem 12. August, trafen sich die Alliierten im Nordatlantikrat, um über die jüngsten Drohnenvorfälle und Luftraumverletzungen in Polen und Rumänien zu beraten und betonten, dass Russland die volle Verantwortung für diese Verstöße trägt.
Am selben Tag beendeten portugiesische F-16 ihre Luftpolizeimission in Estland, während am Vortag, dem 11. August, rumänische F-16 der Staffel "Carpathian Vipers" ihre Mission ausgerechnet in Litauen beendeten. Beide Missionen sind Teil der NATO-Aktivitäten zur verstärkten Überwachung des Luftraums über dem Baltikum.
Neben militärischen Bedrohungen sieht sich Litauen auch mit dem Druck illegaler Migration konfrontiert. Kürzlich entdeckte der litauische Grenzschutz in der Gemeinde Druskininkai einen unterirdischen Tunnel, der vermutlich von irregulären Migranten genutzt wurde, um aus Belarus einzureisen. Das Nachbarland Lettland hat seine Grenze zu Belarus am 31. Juli geschlossen, und am 11. August starteten die lettischen Sicherheitskräfte eine Operation gegen illegale Migration, die bis Ende des Monats dauern soll.