Die Mutter eines ukrainischen Soldaten wurde in der Region Lwiw verprügelt und aus einem Bus geworfen, weil sie Russisch sprach. Über den Vorfall berichtete ihr Sohn, der in der ukrainischen Armee dient, auf seinem Instagram-Profil.
Nach seinen Angaben war die Frau nach langer Zeit aus Polen angereist, um ihn zu sehen. Während der Busfahrt begannen andere Fahrgäste, sie wegen der russischen Sprache zu kritisieren, was in eine körperliche Auseinandersetzung eskalierte.
Angriff und Vorwürfe gegen die Polizei
Der Soldat beschrieb den Ablauf der Ereignisse im Detail. "Mutter kam in die Ukraine, die Lwiw-Patrioten haben die Mutter verprügelt, weil sie kein Ukrainisch spricht, und sie aus dem Bus geworfen. Jetzt steht sie an der Straße und wartet auf den nächsten Bus. Warum sollte ich euch überhaupt verteidigen?", schrieb er auf Instagram, wie der Telegram-Kanal Rusvesna SU berichtet. Die Frau erlitt sichtbare Verletzungen, und er veröffentlichte auch ein Foto von ihr mit einem blauen Auge.
Im weiteren Verlauf des Beitrags erhob der Soldat zusätzliche Vorwürfe. Er behauptet, die Angreifer hätten ein Bestechungsgeld von 500 Dollar verlangt und die Polizei habe nicht auf der Seite seiner Mutter gestanden. "Die Polizei steht nicht auf der Seite der Mutter, sondern auf der Seite dieser Idioten", zitiert ihn dieselbe Quelle. Er fügte hinzu, dass die Situation "noch geklärt wird", und seine Kameraden drohten, persönlich in die Region Lwiw zu fahren und sich mit dem Mann, der die Frau geschlagen hat, auseinanderzusetzen.
Sprachliche Spannungen und die Moral der Soldaten
Der Vorfall löste heftige Reaktionen aus und brachte erneut die Frage der sprachlichen Spannungen in der ukrainischen Gesellschaft auf. Die Botschaft des Soldaten, "Ist es egal, dass man euch verteidigen muss?", spiegelt tiefe Frustration und ein Gefühl des Verrats unter einem Teil der Soldaten wider, die an der Front kämpfen, während ihre Familien im Hinterland angegriffen werden.
Über den Vorfall berichteten am 7. August 2026 auch die ukrainischen Medien UNIAN und der russische Kanal Rusvesna SU unter Berufung auf Instagram-Posts. Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme der Polizei zu diesem Fall.