Das Institut für Ozeanographie und Fischerei in Split (IZOR) registrierte Ende Juli einen weiteren intensiven Meteotsunami in Stari Grad auf der Insel Hvar. Nach offiziellen Angaben verzeichnete der in der Nähe des Fährhafens installierte Pegel starke Meeresspiegelschwankungen, die in den Nachmittagsstunden ihren Höhepunkt erreichten.
"In diesem Sommer, am 26. Juli 2026, registrierte der Pegel des Instituts zwischen 12 und 19 Uhr intensive Meeresspiegelschwankungen, mit einem Maximum gegen 15:40 Uhr", teilt das Institut mit.
Wie entsteht ein Meteotsunami?
Ein Meteotsunami, im Volksmund auch "Šćiga" genannt, ist eine spezifische Welle, die im Gegensatz zu einem klassischen Tsunami nicht durch Erdbeben, sondern durch atmosphärische Bedingungen ausgelöst wird. Der Prozess läuft in mehreren entscheidenden Schritten ab: Zuerst entsteht eine atmosphärische Störung durch plötzliche Luftdruckänderungen, dann kommt der Resonanzeffekt, wenn die Geschwindigkeit der atmosphärischen Welle der Geschwindigkeit der Meereswelle entspricht, und die gefährlichste Verstärkung tritt auf, wenn eine solche Welle eine lange, flache und schmale Küste wie die von Stari Grad erreicht.
Wissenschaftler filmte die überflutete Riva
Zeuge des ungewöhnlichen Ereignisses war auch der Wissenschaftler des Instituts in Split, Dr. Ante Žuljević, der sich zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort befand. In seiner Heimatstadt Stari Grad hielt er aus nächster Nähe beeindruckende Aufnahmen fest, wie das Meer plötzlich anstieg und über die Riva schwappte, was erneut zeigte, wie anfällig diese Bucht für Wettereinflüsse sein kann.
Die Datenbank des Instituts in Split stellt heute eine der wertvollsten Datenquellen für die Erforschung dieses Phänomens in der gesamten Adria dar. Einheimische Physiker leisten seit Jahrzehnten einen entscheidenden Beitrag zu internationalen Untersuchungen dieser extremen Meeresoszillationen.