Unsere Fotos von Krapanj: So biss der Mond über der Adria in die Sonne
Die Kamera von 5MIN.hr erwischte die verfinsterte Sonne um 19:49 Uhr, wenige Minuten bevor sie hinter dem Hügel über dem Gewässer von Šibenik versank.
Die Kamera von 5MIN.hr erwischte die verfinsterte Sonne um 19:49 Uhr, wenige Minuten bevor sie hinter dem Hügel über dem Gewässer von Šibenik versank.
Während sich über der westlichen Adria das Licht löschte, stand auf dem steinernen Wellenbrecher der Insel Krapanj ein Mann mit einem auf die Sonne gerichteten Telefon. Die Szene, die er betrachtete, hielt unser Fotograf um 19:49 und 19:50 Uhr fest, am Mittwoch, dem 12. August 2026. Der Mond hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen beträchtlichen Teil der Sonnenscheibe verschlungen, und was von ihr übrig blieb, hing tief über dem Kiefernhügel und warf einen goldenen Pfad auf das ruhige Meer.
Die Fotos, die wir veröffentlichen, sind unsere eigenen und wurden vor Ort ohne Montage aufgenommen. Sie zeigen, was man vom Ufer aus sehen konnte: einen orangefarbenen Himmel vor dem Sonnenuntergang, einen deutlichen Biss in der Sonne, eine schwarze Boje im Vordergrund und die Silhouette eines Betrachters, der in die Hocke geht, um das Bild einzufangen.
Während sich unsere Fotografen auf Krapanj konzentrierten, reihten sich in ganz Kroatien andere spektakuläre Szenen aneinander. In Zaton bei Zadar bedeckte der Mond allmählich einen Teil der Sonnenscheibe, und Sonne und Mond senkten sich gemeinsam zum Meereshorizont, was einen der eindrucksvollsten Anblicke des Abends ergab. Am Strand Kolovare in Zadar sprangen Badegäste ins Meer und posierten, wobei sie Silhouetten vor dem orangefarbenen Himmel bildeten, während die Akrobatik auf dem Reifen eine ungewöhnliche natürliche Lichtkulisse erhielt. Besonders beeindruckende Fotos entstanden auch an der Punta Planka bei Rogoznica, wo sich die teilweise verfinsterte Sonne zur Adria senkte, und aus Vela Luka kamen Fotos, auf denen die untergehende Sonne wie eine glühende Sichel aussah.
In Zagreb versammelten sich zahlreiche Bürger auf dem Plateau der Sternwarte, am Jarun-Damm und an anderen Orten mit freiem Blick nach Westen. Besonders attraktive Fotos entstanden auch auf dem Sljeme, wo Astronomen und Fotografen Teleskope und andere Ausrüstung aufstellten, um das Phänomen zu verfolgen. Brillen zur sicheren Beobachtung der Sonnenfinsternis, die vor dem Ereignis in den Geschäften schwer zu finden waren, waren heute Abend überall zu sehen. Auch in der Sternwarte in Varaždin war ein Platz mehr gefragt.
Von der Sternwarte Zagreb hieß es, dass die diesjährige partielle Sonnenfinsternis mit dem Sonnenuntergang zusammenfiel, sodass ihre größte Phase erst eintrat, nachdem die Sonne bereits untergegangen war. Von Kroatien aus wurde daher nur der erste, aber visuell dankbarste Teil des Phänomens verfolgt, der in der goldenen Stunde.
Der Prozentsatz der Verfinsterung nahm nach Nordwesten zu. Am meisten sahen die Bewohner von Istrien und der Kvarner-Bucht: In Poreč bedeckte der Mond 89,44 Prozent der Sonnenscheibe, in Pula 86,30, in Rijeka 85,05 Prozent. Zagreb verzeichnete 77 Prozent. Nach Süden hin sinken die Zahlen, in Knin 60,62 Prozent mit Beginn um 19:28 Uhr, in Split 54,27 Prozent um 19:29 Uhr, und am wenigsten sah Dubrovnik, 34,05 Prozent. Das Gebiet von Šibenik, zu dem auch Krapanj gehört, liegt zwischen den Werten von Knin und Split. Die Sonne ging, je nach Standort, zwischen 19:53 und 20:17 Uhr unter.
Die Warnung, die Astronomen jedes Mal wiederholen, galt auch heute Abend. „Es ist wichtig zu betonen, dass man niemals mit bloßem Auge oder durch ein Fernglas oder Teleskop ohne entsprechende Schutzfilter in die Sonne schauen darf“, so die Sternwarte Zagreb. Sonnenbrillen, berußtes Glas und improvisierte Lösungen schützen nicht, zugelassen sind ausschließlich zertifizierte Filter mit der Kennzeichnung ISO 12312-2. Die Gefahr ist tückisch, da das Auge während der Einwirkung keinen Schmerz spürt, und schon wenige Sekunden können die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Was von Kroatien aus wie ein Biss aussah, verwandelte sich in einem schmalen Streifen über Island, Nordspanien, den Balearen und Grönland in eine kurzzeitige Nacht. Madrid, außerhalb der Totalitätszone, verzeichnete 99,96 Prozent Verfinsterung. Kontinentaleuropa hatte seit dem 11. August 1999 keine totale Sonnenfinsternis mehr gesehen, und so trieb das siebenundzwanzigjährige Warten viele auf Reisen.
Für diejenigen, die heute Abend das Schauspiel verpasst haben, kommt die nächste Gelegenheit am 2. August 2027, wenn von Kroatien aus wieder eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar sein wird. Auf eine totale muss man jedoch Generationen warten, sie tritt am 3. September 2081 ein.
Nachdem die Sonne untergegangen ist, geht die Show weiter. In derselben Nacht, vom 12. auf den 13. August, erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Die Bedingungen sind in diesem Jahr außergewöhnlich, da der Mond Neumond hat und mit seinem Licht die Beobachtung nicht stört. Schätzungen sprechen von 80 bis 100 Meteoren pro Stunde, und die stärkste Aktivität wird nach Mitternacht bis zum Morgengrauen erwartet.
Für die Perseiden braucht man keine Ausrüstung. Es reicht, sich hinzulegen, in den Himmel zu schauen und den Augen zwanzig bis dreißig Minuten Zeit zu geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Eine Insel ohne Straßenbeleuchtung, wie die, von der diese Fotos aufgenommen wurden, ist dafür besser als jeder Hof in der Stadt.