Die deutsche Zeitung Bild berichtete, dass die NATO einen dreiteiligen Plan für einen möglichen russischen Angriff auf die baltischen Länder vorbereitet hat. Dieser Plan ist Teil des NATO-Konzepts für den Landkrieg, das vom US-Major Andrew Pingrey entwickelt wurde und dessen Hauptziel die Abschreckung ist.
Die Strategie zielt darauf ab, russische Streitkräfte zu stoppen, ihre Kriegsfähigkeiten zu beeinträchtigen und die Invasoren zurück zu den Grenzen Russlands zu drängen. Laut Bild umfasst das Konzept drei Schlüsselkomponenten einer möglichen NATO-Antwort.
Angriff auf russische Raketen und Luftverteidigung
Falls russische Streitkräfte Raketen- und Drohnenangriffe auf die baltischen Staaten starten, gefolgt von einer klassischen Bodeninvasion, würde die NATO zunächst versuchen, die russische Raketenbedrohung zu ersticken. Der Plan sieht vor, dass Kampfflugzeuge, Raketen und Drohnen russische Raketensysteme angreifen. Besondere Aufmerksamkeit würde Kaliningrad, der russischen Exklave, gelten, aufgrund der hohen Anzahl von Luftverteidigungssystemen und Raketen.
Autonome Drohnenzone entlang der Grenzen
Gleichzeitig würde die NATO eine "autonome Zone" entlang ihrer Grenzen zu Russland und Belarus einrichten. Dieses Gebiet würde als Verteidigungsbarriere dienen, in der Drohnen und robotische Militärfahrzeuge gegen vorrückende russische Streitkräfte operieren würden. NATO-Truppen wären nicht dauerhaft in diesem Gebiet stationiert, und falls die Russen weiter vorrücken würden, würden unbemannte Systeme eingesetzt, um ihren Vormarsch zu verlangsamen oder zu stoppen.
Angriff auf russische Militärinfrastruktur
Das dritte Element würde Angriffe auf Ziele innerhalb Russlands selbst beinhalten. Bild berichtet, dass NATO-Spezialeinheiten wichtige militärische und logistische Infrastruktur angreifen könnten, wie Flughäfen, Verteidigungsfabriken, Brücken und Eisenbahnlinien, die russische Soldaten und Ausrüstung transportieren.
Das Konzept beinhaltet auch die Zusammenarbeit mit Russen, die gegen Präsident Wladimir Putin sind, um militärische Nachschubwege zu stören und weitere russische Angriffe zu schwächen. Bild berichtet weiterhin, dass die NATO plant, eine "Luftbrücke" einzurichten, über die Drohnen und robotische Systeme per Flugzeug nach Russland gebracht werden könnten, wie Kyiv Post berichtet. Diese Systeme könnten dann Militärbasen und Flughäfen angreifen.
Der Plan besagt, dass die NATO nicht versuchen würde, Russland zu besetzen oder zu erobern. Das Ziel wäre, die russischen Invasionskräfte zu stoppen und sie zurück zu den russischen Grenzen zu drängen. Wie Bild berichtet, bestehen Militärplanungsexperten innerhalb der NATO nicht darauf, dass das Konzept geheim bleibt, da die abschreckende Wirkung am stärksten ist, wenn Moskau sich der Konsequenzen bewusst ist, die im Falle eines Angriffs auf einen Mitgliedstaat des Bündnisses folgen würden.