Gleichzeitig mit dem Beginn der Anwendung der neuen europäischen Vorschriften zur Transparenz von KI-Inhalten ist in Deutschland eine hitzige Debatte über die Sicherheit sogenannter Smart Glasses entbrannt. Organisationen zum Schutz digitaler Rechte und Regulierungsbehörden fordern zunehmend ein Verbot von Geräten wie den Meta Glasses und warnen, dass sie eine ernsthafte Bedrohung für die Privatsphäre darstellen, insbesondere für Frauen und Kinder.
Vorfälle im Schwimmbad lösen Alarm aus
Die deutsche Digitalrechtsorganisation HateAid berichtete, dass bei der Polizei in Potsdam bereits Anzeigen von jungen Frauen eingegangen sind, die in einem öffentlichen Schwimmbad von unbekannten Männern mit Meta-Brillen gefilmt wurden. Das Problem, so betonen sie, sei, dass es fast unmöglich sei zu bemerken, wenn man mit diesem Gerät gefilmt wird, im Gegensatz zu einem Smartphone.
Obwohl in Deutschland, einem Land, das für sein hohes Maß an Privatsphärenschutz bekannt ist, das Fotografieren und Filmen unbekannter Personen ohne deren Zustimmung illegal ist, warnt HateAid, dass die Beweislast meist beim Opfer liege. "Diese Technologie fördert digitale Gewalt, denn Täter benötigen nun kaum noch technisches Wissen", so HateAid.
Hamburg testet Brillen: LED-Lampe zu schwach für Tageslicht
Thomas Fuchs, Datenschutzbeauftragter und Digitalregulierer der Stadt Hamburg, erklärte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD, dass er ein vollständiges Verbot von Smart Glasses für möglich halte. Die deutschen Hauptsitze von Meta befinden sich genau in dieser Stadt im Norden des Landes.
Fuchs' Behörde hat die umstrittenen Brillen getestet und festgestellt, dass die LED-Lampe, die Passanten darauf hinweisen soll, dass der Nutzer filmt, viel zu schwach ist, um bei normalem Tageslicht sichtbar zu sein. Er fügte hinzu, dass er bereits mit Kollegen in Irland, wo Meta seinen europäischen Sitz hat, über die Gestaltung einer Politik auf EU-Ebene spreche.
EU verschärft Regeln für KI-Inhalte
Die Debatte in Deutschland findet an dem Tag statt, an dem am 3. August 2026 neue Regeln der Europäischen Union in Kraft getreten sind, die eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vorschreiben. Die Vorschriften gelten für Chatbots, Deepfakes und bestimmte mit Hilfe von KI erstellte Veröffentlichungen, und für deren Verstoß sind drakonische Strafen vorgesehen.
Nach Angaben der Agentur Anadolu beträgt die Höchststrafe für die Nichteinhaltung dieser Bestimmungen 17,3 Millionen US-Dollar oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens, was einen erheblichen finanziellen Druck auf Technologiegiganten ausübt, ihre Produkte an die europäischen Transparenzstandards anzupassen.
Obwohl das Thema keinen direkten Bezug zu Kroatien hat, wirken sich die neuen EU-Regeln zu KI-Inhalten direkt auf kroatische Nutzer und Unternehmen aus, während die Debatte über die Grenzen tragbarer Technologie Fragen aufwirft, die sich unweigerlich auch auf den heimischen Markt übertragen werden.