In Požega können Menschen mit Behinderungen nach der Renovierung des Gebäudes, in dem die regionalen Dienste von HZMO und HZZO untergebracht sind, nicht mehr ohne Hilfe hineingelangen. Während der Arbeiten wurde die Rampe entfernt, die vor der Renovierung neben der Treppe stand, sodass der einzige Eingang zum Gebäude nun eine Reihe hoher Stufen ist.
Wie der Journalist Mateo Pejaković für das Portal Požeški.hr schreibt, wurde die Gestaltung des Eingangs vor etwa zwei Monaten abgeschlossen, doch das zentrale Prinzip der Barrierefreiheit für alle Nutzer wurde im Projekt nicht eingehalten. Fotos, die dasselbe Portal veröffentlicht hat, zeigen, dass es auf der rechten Seite der alten Treppe vor den Arbeiten eine Rampe gab, die von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt werden konnte.
Theorie gegen Praxis
Obwohl Menschen mit Behinderungen derzeit 17 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wird in Kroatien seit Jahren über Barrierefreiheitsprobleme gesprochen. Gemäß der technischen Verordnung zur Sicherstellung der Barrierefreiheit von Gebäuden, die die EU-Richtlinie in kroatisches Recht umsetzt, müssen alle öffentlichen und Geschäftsgebäude während der Renovierung die Barrierefreiheitsstandards erfüllen.
Artikel 5 dieser Verordnung besagt klar, dass der Eigentümer eines Gebäudes barrierefreie Elemente warten und die Nutzung von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen nicht behindern darf. Doch das Beispiel aus Požega zeigt, dass die Verordnung in der Praxis nicht konsequent umgesetzt wird.
Bürger warten auf Antwort
So wie die Dinge jetzt stehen, können Personen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Renten- oder Krankenversicherung in Anspruch nehmen müssen, dies nur tun, wenn sie die Treppe hinaufsteigen. Und genau das ist das größte Problem für Rollstuhlfahrer, aber auch für ältere Menschen und Eltern mit kleinen Kindern.
Požeški.hr weist darauf hin, dass Bürger, die einen barrierefreien Eingang benötigen, seit fast zwei Monaten nicht mehr selbstständig in das Gebäude von HZMO und HZZO in Požega gelangen können. Es wird immer noch auf eine Antwort der zuständigen Behörden gewartet, wann das Problem gelöst wird und ob Menschen mit Behinderungen ein ungehinderter Zugang ermöglicht wird.