Auch wenn dieses Jahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit eine Verschnaufpause von der Mückenplage brachte, bereitet sich Osijek intensiv auf kommende Saisons vor. Die Bauarbeiten am neuen Zentrum zur Mückenkontrolle schreiten planmäßig voran, derzeit wird am zweiten Stock des künftigen Gebäudes gearbeitet. Das Projekt im Wert von 2,7 Millionen Euro wird im Rahmen der Initiative MOSQUITOLAB durchgeführt, und das neue Gebäude entsteht neben dem bestehenden Gesundheitszentrum der Gespanschaft Osijek-Baranja.
Die Arbeiten begannen im Februar dieses Jahres, die geplante Bauzeit beträgt 18 Monate. Nach Abschluss der Bauarbeiten folgt die Ausstattung der Labore. Landrätin Nataša Tramišak bestätigte den erwarteten Zeitrahmen für den Betriebsbeginn des gesamten Komplexes.
"Ziel ist es, innerhalb des nächsten Jahres alle notwendigen Bauarbeiten abzuschließen, danach folgt die Ausstattung der Labore, damit das Zentrum seinen Betrieb aufnehmen kann, was wir Ende 2027 oder Anfang 2028 erwarten", erklärte Landrätin Tramišak gegenüber Osijek Express.
Drei Labore für eine umfassende Bekämpfung
Das Herzstück des neuen Zentrums werden drei spezialisierte Labore mit klar getrennten Aufgaben bilden. Das erste wird sich auf molekulare Diagnostik und den Nachweis von Viren konzentrieren, die von Mücken übertragen werden, wie jene, die für den Menschen gefährliche Infektionskrankheiten verursachen. Hier sollen auch invasive Mückenarten identifiziert und neue Methoden zu ihrer Bekämpfung entwickelt werden.
Das zweite Labor wird sich der Anwendung der SIT-Technik, also der Sterilisierung von Mücken, widmen. Zu diesem Zweck wird auch ein spezielles Röntgengerät angeschafft. Das dritte Labor wird die Aktivitäten des bestehenden Schädlingsbekämpfungsdienstes fortsetzen, mit Schwerpunkt auf der Kontrolle von Überschwemmungsmücken, die seit Jahren das größte Problem in der Gespanschaft Osijek-Baranja darstellen.
Wissenschaftliches Zentrum mit internationaler Zusammenarbeit
Neben der operativen Rolle bei der Mückenbekämpfung ist das Zentrum auch als wissenschaftliche Forschungseinrichtung konzipiert. Geplant ist die Vernetzung mit europäischen Instituten, die sich bereits mit modernen Methoden der Mückenkontrolle befassen, insbesondere in Ungarn, Italien und Österreich. Die Landrätin betonte, dass solche Zentren in der Europäischen Union keine Neuheit seien und dass Beispiele guter Praxis aus der Welt nun nach Kroatien übertragen würden.
Ende Juni unterzeichnete die Gespanschaft zudem eine Kooperationsvereinbarung zur Mückenkontrolle mit der Stadt Osijek sowie den Gemeinden Bilje, Petrijevci, Darda und Erdut, wodurch ein breiterer lokaler Rahmen zur Lösung dieses Problems geschaffen wurde. "Ich bin überzeugt, dass dieses Zentrum ein Beispiel guter Praxis in der gesamten Republik Kroatien und wahrscheinlich auch darüber hinaus sein wird", schloss Tramišak. Das Projekt MOSQUITOLAB ist Teil des grenzüberschreitenden Kooperationsprogramms Interreg Ungarn-Kroatien für den Finanzzeitraum 2021-2027.