Fast ein halbes Jahrhundert zurück, genau in den frühen Morgenstunden des 21. Juni 1978, traf eine schwere Naturkatastrophe Vela Luka auf der Insel Korčula. Innerhalb von drei Stunden überflutete das Meer in Abständen die Küstenhäuser und zog sich dann zurück, wobei Boote auf dem trockenen Grund zurückblieben. Laut der Večernji list erreichten die Wellen eine Höhe von etwa sechs Metern, gemessen vom Fuß bis zum Kamm, mit einer Schwingungsperiode von etwa fünfzehn Minuten.
Der entstandene Schaden war so groß, dass er das gesamte Jahresbudget der Insel gefährdete. Da es keinen starken Wind oder andere offensichtliche Gründe für diese Meeresbewegung gab, war es zunächst schwierig zu bestimmen, worum es sich genau handelte. Einige behaupteten, es sei ein Tsunami, also ein Phänomen, das durch Prozesse im Erdinneren verursacht wird, während andere die Ursache im Einfluss der Atmosphäre auf das Meer suchten.
Die vorherrschende Interpretation
Mit der Zeit setzte sich die Interpretation durch, die der Autor zwei Jahre nach der Überschwemmung anbot und später mit seinen jüngeren Mitarbeitern Danijel Belušić, Ivica Janeković und Miroslav Pasarić ausarbeitete. Ihre Analyse zeigte, dass es sich um eine Meereswelle handelt, die unter günstigen Umständen durch Resonanz zweimal verstärkt wird: zuerst bei der Übertragung von Energie aus der Atmosphäre auf das offene Meer und dann zusätzlich bei der Übertragung vom offenen Meer auf die Küste.
Es handelt sich also um eine Welle, die heute als Meteotsunami bezeichnet wird. Im Laufe dieses Jahres wurden an mehreren Orten in der Adria ähnliche Wellen beobachtet, die ohne vorherige Rücksprache mit Experten sofort in den Medien korrekt als Meteotsunamis bezeichnet wurden.
Triumph der Wissenschaft und der Information der Öffentlichkeit
Das Phänomen, das vor etwa fünfzig Jahren selbst Wissenschaftler verwirrte, erkennen die Medien heute mühelos. Der Autor betrachtet dies als eine Art Erfolg aller Wissenschaftler, die sich bisher mit adriatischen Meteotsunamis beschäftigt haben, sowie aller, die die Öffentlichkeit über diese Forschung informiert haben.