Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte am Dienstag, dass die Vereinigten Staaten und der Iran kurz vor einer "Art Vereinbarung" zur Beilegung des Konflikts stünden. Signale einer Annäherung, die parallel zu getrennten Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus auftauchen, wecken Hoffnung auf eine Normalisierung der für den Welthandel mit Energieträgern entscheidenden Wasserstraße.
"Die Dinge formieren sich erneut zugunsten eines Friedensabkommens oder einer Einigung. Die Signale der letzten zwei bis drei Tage deuten darauf hin, dass wir einer Art Vereinbarung nahe sind", sagte Asif gegenüber Bloomberg, wie die russische Agentur TASS berichtet. Seine Aussagen kommen inmitten einer diplomatischen Offensive, bei der Pakistan und Katar eine Schlüsselrolle als Vermittler spielen.
Diplomatische Aktivität in Teheran
Parallel zu Asifs Erklärung fand in Teheran ein Treffen auf hoher Ebene statt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi empfing den pakistanischen Innenminister Mohsin Naqvi. Obwohl die Details ihres Gesprächs nicht veröffentlicht wurden, findet der Besuch im Kontext der Bemühungen statt, die Blockade zu überwinden und die Verhandlungen wieder aufzunehmen, berichtet die Anadolu Agency.
Zusätzlichen Auftrieb gibt Katar, das bestätigte, dass die Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus in einem fortgeschrittenen Stadium sind. Diese Wasserstraße ist von entscheidender Bedeutung, da vor der Eskalation des Konflikts ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases durch sie transportiert wurde.
Unsicherheit auf See trotz diplomatischer Signale
Während die Diplomatie erste Anzeichen von Fortschritt zeigt, bleibt die Lage auf See äußerst gefährlich. Am Dienstag wurden bei einem mutmaßlichen Angriff der jemenitischen Huthi-Gruppe auf ein kleineres Frachtschiff in der Meerenge von Bab el-Mandeb vier Besatzungsmitglieder getötet, wie das jemenitische Verkehrsministerium mitteilte. Die Huthi haben die Verantwortung für den Angriff bisher nicht übernommen.
In einem separaten Vorfall wurde ein Containerschiff vor der Küste Pakistans von einem Projektil getroffen. Bei diesem Angriff wird vermutet, dass er mit US-Streitkräften in Verbindung steht, die eine Seeblockade iranischer Häfen durchführen. Diese Ereignisse unterstreichen, wie fragil die Sicherheit auf den wichtigsten Seerouten der Welt ist.
Forderungen beider Seiten und Preis des Konflikts
Der Konflikt begann am 28. Februar 2026 nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran. In den folgenden Monaten wurden Tausende Menschen getötet, hauptsächlich im Iran und im Libanon, während der Iran mit Angriffen auf US-Ziele und Infrastruktur in mehreren Ländern der Region zurückschlug. Zu den iranischen Forderungen für eine Einigung gehören die Aufhebung der Sanktionen, die Einstellung militärischer Drohungen und die Frage von Entschädigungen. Auf der anderen Seite fordert US-Präsident Donald Trump, dass der Iran Schadensersatz für Schäden zahlt, die er seiner Behauptung nach in den letzten 50 Jahren verursacht hat.
Jede Einigung, die eine Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen würde, könnte die globalen Energiepreise erheblich beeinflussen, was auch für europäische und damit auch kroatische Verbraucher von direktem Interesse ist.