Die Hitzewelle, die Kroatien erfasst hat, macht nicht nur den Bürgern zu schaffen, sondern auch den Bienen. Im Gebiet von Bjelovar stellen Imker fest, dass ihre fleißigen Insekten dieser Tage bis zu fünfmal mehr Wasser verbrauchen als üblich. Obwohl es bisher keine größeren Folgen der Trockenheit gibt, erfordert die Pflege der Bienenstöcke einen erhöhten Einsatz.
Täglich trinken sie 30 Liter Wasser
Marijan Naranđa, ein Imker aus Bjelovar, der sich um etwa hundert Bienenstöcke kümmert, stellt seinen Bienen täglich frisches Wasser bereit. "Es ist dasselbe wie bei den Menschen. Sie brauchen Schatten und täglich frisches Wasser, das ist das Wichtigste. Bei mir zum Beispiel verbrauchen sie täglich etwa 30 Liter Wasser", sagte Naranđa gegenüber HRT Magazin. Das ist das Fünffache der üblichen Menge.
Die Bienen nutzen das Wasser, um die Bienenstöcke zu kühlen. "Sie bringen das Wasser im Prinzip in die Bienenstöcke, schlagen mit den Flügeln und lassen das Wasser auf diese Weise verdunsten. Durch die Verdunstung entweicht die heiße Luft", erklärte Naranđa. Obwohl sie in den Bienenstöcken genügend Futter haben, trocknen die Pflanzen, die ihnen normalerweise zu dieser Jahreszeit zur Verfügung stehen, bei hohen Temperaturen schnell aus.
Behandlungen gegen Varroa verschoben
Die hohen Temperaturen bereiten auch Probleme im Kampf gegen den Parasiten. Ökologische Behandlungen zur Bekämpfung der Varroa-Milbe, die genau zu dieser Zeit beginnen sollten, sind nicht möglich. "Diese Behandlung kann ich jetzt wegen der zu hohen Temperaturen nicht durchführen, es kommt zu einer zu schnellen Verdunstung und die Wirkung ist nicht gut, und sie ist auch schädlich für die Bienen", erläuterte Naranđa.
Gute Erträge und strenge Standards
Trotz der Hitze war dieses Jahr gnädig mit den Imkern. Die Linde war ergiebig, und auch die Robinie hat nicht versagt. Die Familie Naranđa produziert drei Honigsorten, die das höchste europäische Gütezeichen für geschützte Ursprungsbezeichnung tragen. "Die Standards sind dort sehr streng. Die Rückverfolgbarkeit von der ersten bis zur letzten Handlung, die man durchführt, die Mengen an Honig, die man geschleudert hat, die Kontrolle ist rigoros. Die Honiganalyse geht in zwei Labore", betonte Naranđa.
Seine Frau Vlasta Naranđa verrät, wer das geschützte Zeichen am meisten schätzt. "Hauptsächlich junge Leute schätzen dieses Etikett am meisten, während ältere Menschen auf den Preis schauen. Allerdings verkaufen wir viel Honig an die Küste und nach Zagreb", erzählte sie. Sie sind stolz darauf, zu den 51 Produkten zu gehören, die Kroatien auf EU-Ebene geschützt hat, was eine Bestätigung ihrer Qualität und Mühe ist.