Wenn wir weiße Partikel auf der Kleidung im Schulterbereich bemerken oder die Kopfhaut stark zu jucken beginnt, vermuten viele sofort Schuppen. Das ist erwartbar, denn es handelt sich um ein sehr häufiges Problem, für das es viele verschiedene Präparate gibt. Manchmal ist die Ursache jedoch nicht Schuppen, sondern Psoriasis der Kopfhaut, eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die eine völlig andere Behandlung erfordert.
Wie unterscheidet man Schuppen von Psoriasis der Kopfhaut?
Schuppen entstehen durch übermäßige Vermehrung des Pilzes Malassezia, der natürlicherweise auf der Kopfhaut vorkommt. Bei manchen Personen kommt es zu einer übermäßigen Vermehrung, was Reizungen, verstärkte Hautschuppung und Juckreiz verursacht. In den meisten Fällen lassen sich die Symptome mit medizinischen Shampoos gut kontrollieren.
Psoriasis der Kopfhaut hingegen ist eine langwierige Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem den Erneuerungsprozess der Hautzellen beschleunigt. Dadurch entstehen verdickte, schuppenbedeckte Stellen, die stark jucken, schmerzen und dauerhaft sein können.
Wie erkennt man den Unterschied?
Auch wenn selbst Hautexperten manchmal Schwierigkeiten haben, diese beiden Erkrankungen zu unterscheiden, können einige Anzeichen hilfreich sein. Das Aussehen der Schuppen unterscheidet sich: Bei Schuppen sind sie meist klein, weiß oder gelblich, von fettiger Konsistenz und über die gesamte Kopfhaut verteilt. Bei Psoriasis sind die Schuppen in der Regel dicker, trockener und an genau definierten Stellen der Haut lokalisiert.
Auch der Zustand der Haut sollte beachtet werden, da bei Psoriasis unter den Schuppen oft eine starke Entzündung sichtbar ist. Bei gewöhnlichen Schuppen ist eine starke Rötung der Haut viel seltener. Wenn Sie neben der Kopfhaut auch Veränderungen an anderen Körperstellen bemerken, könnte das ein wichtiger Hinweis sein. Seborrhoische Dermatitis (Schuppen) tritt häufig entlang des Haaransatzes, um die Nase, zwischen und über den Augenbrauen sowie hinter den Ohren auf, während Psoriasis häufiger an Ellbogen, Knien, im Gesäßbereich und sogar an den Nägeln auftritt.
Was tun, wenn Anti-Schuppen-Shampoo keine Ergebnisse bringt?
Wenn Sie ein medizinisches Anti-Schuppen-Shampoo korrekt angewendet haben und Juckreiz und Schuppung nicht nachlassen oder sehr schnell zurückkehren, besteht die Möglichkeit, dass es sich nicht um Schuppen handelt. Experten weisen darauf hin, dass Anti-Schuppen-Shampoo mindestens fünf Minuten auf der Kopfhaut einwirken sollte, bevor es ausgespült wird, damit die Wirkstoffe genügend Zeit haben. Wenn auch nach korrekter Anwendung keine Besserung eintritt, wird ein Besuch beim Dermatologen empfohlen.
Wie wird Psoriasis der Kopfhaut behandelt?
Die Behandlung hängt stark von der Schwere der Erkrankung ab. Bei milderen Formen werden oft medizinische Shampoos mit Wirkstoffen wie Salicylsäure oder Teer verwendet, während mittelschwere und schwere Formen lokale Medikamente, Tabletten oder Phototherapie, also die Behandlung mit kontrollierter UV-Strahlung, erfordern können.
Warum ist eine genaue Diagnose entscheidend?
Menschen mit Psoriasis der Kopfhaut haben ein erhöhtes Risiko, an Psoriasis-Arthritis zu erkranken, einer entzündlichen Gelenkerkrankung, die unbehandelt zu dauerhaften Schäden führen kann. Daher fragen Dermatologen oft nach Symptomen wie Fersenschmerzen, geschwollenen Fingern oder Gelenksteifheit und beziehen bei Bedarf auch einen Rheumatologen in die weitere Behandlung ein, wie Glamour berichtet.
Dieser Text dient nur der Information und kann keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung ersetzen.