Piastri wütend auf Sainz nach Zwischenfall beim Ungarn-GP
Der australische McLaren-Fahrer kritisierte Carlos Sainz scharf, nachdem der Spanier ihn trotz blauer Flaggen ausbremste. Piastri bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel.
Der australische McLaren-Fahrer kritisierte Carlos Sainz scharf, nachdem der Spanier ihn trotz blauer Flaggen ausbremste. Piastri bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel.
Oscar Piastri zeigte nach dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag eine selten gesehene Wut und beschuldigte Carlos Sainz offen unsportlichen Verhaltens, das ihn die Führung im Rennen kostete. Der australische McLaren-Pilot beendete das Rennen nicht nach dem Zwischenfall mit Sainz, der ihn laut Piastri hätte vorbeilassen müssen, da er eine Runde zurück lag, ihn stattdessen aber ausbremste und mit ihm kollidierte.
Sainz lag auf der Strecke vor Piastri, aber da er eine Runde zurück war, hätte er den Australier gemäß den Regeln vorbeilassen müssen. Die Situation wurde durch die blauen Flaggen unterstrichen, die Fahrern gezeigt werden, wenn ein langsamerer oder zurückliegender Gegner überholt werden soll. Laut dem Bericht von Net.hr scheint Sainz diese Signale nicht bemerkt zu haben, da er nicht auswich, Piastri ausbremste, worauf es zur Berührung zwischen den beiden Fahrern kam. Piastri konnte größere Schäden an seinem Boliden vermeiden, verlor aber in diesem Moment erheblich Zeit, was ihn letztlich die führende Position im Rennen kostete, die sein McLaren-Teamkollege Lando Norris übernahm.
Normalerweise für sein ruhiges Auftreten bekannt, zeigte Piastri nach dem Rennen eine selten gesehene Frustration. "Ja, ich wusste, dass es Probleme mit den blauen Flaggen gab, aber sie wurden an allen Kommissar-Posten angezeigt. Ich war direkt hinter ihm. Ich konnte nicht glauben, was passiert ist. Eine Kollision mit einem Fahrer, den man eine Runde überholt, ist nicht etwas, das man als mögliches Problem im Rennen erwartet. Mir ist eigentlich egal, ob er mich gesehen hat oder nicht. Die Tatsache, dass er mich nicht gesehen hat und niemand ihn gewarnt hat, oder dass einfach das Situationsbewusstsein fehlte, ist inakzeptabel", sagte Piastri.
Der Australier hielt sich nicht zurück und richtete direkte Kritik an Sainz' Verhalten auf der Strecke während des Positionskampfes mit Fernando Alonso. "Er kämpfte mit Fernando um den letzten Platz, als ob es um den Weltmeistertitel ginge. Das hat mich die Führung im Rennen gekostet. Er kritisiert oft andere; auch andere haben ihn zuvor kritisiert, weil er auf der Strecke frustrierend ist. Wenn man so etwas tut, sollte man vielleicht mal in den Spiegel schauen", erklärte Piastri und spielte damit auf Sainz' Ruf als Kritiker anderer Fahrer an.
Carlos Sainz versuchte sich nach dem Rennen zu rechtfertigen und erklärte, dass ihm eine entscheidende technische Information fehlte, die ihm in dieser Situation geholfen hätte. "Wir hatten keine blauen Lichter am Lenkrad, die uns normalerweise in solchen Kämpfen helfen, um zu verstehen, ob wir überrundet werden oder nicht. In dieser Phase hatte ich keine Ahnung, dass ich überrundet werden würde, und dazu war ich in einem großen Kampf mit Fernando und habe nicht erwartet, dass Oscar dort sein würde", sagte Sainz.
Der spanische Fahrer fügte hinzu, dass Piastris Anwesenheit im toten Winkel seines Boliden lag. "Selbst wenn ich es gewusst hätte, war er in meinem toten Winkel, also war es ehrlich gesagt von meiner Seite aus unmöglich, das zu vermeiden. Wahrscheinlich hätte eine etwas bessere Kommunikation geholfen, aber das passiert im Rennsport manchmal", schloss Sainz und räumte ein, dass die Kommunikation zwischen Team und Fahrer in diesem Moment besser hätte sein können.
Der Zwischenfall hatte direkten Einfluss auf den Rennverlauf, da Piastri, der bis zu diesem Moment das Rennen anführte, genug Zeit verlor, damit sein Teamkollege Lando Norris die Führung übernehmen konnte. Piastri beendete das Rennen letztlich nicht, während die endgültige Platzierung der anderen Fahrer und die genaue Runde, in der der Vorfall stattfand, in der Quelle nicht genau angegeben sind. Es wurde auch nicht bekannt gegeben, ob die FIA eine Strafe gegen Sainz wegen der nicht beachteten blauen Flaggen in Betracht zog, was die Diskussion über die Verantwortung in solchen Situationen weiter anheizen könnte.
Der Streit zwischen den beiden Fahrern ist besonders interessant, da Piastri und Norris direkt um die Spitze der Fahrerwertung kämpfen, sodass jeder Punktverlust eines der beiden die Dynamik innerhalb des McLaren-Teams direkt beeinflusst. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Zwischenfall langfristige Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Piastri und Sainz auf der Strecke in den kommenden Rennen der Saison haben wird.