Josip Šincek, ein Unternehmer, den Europol, USKOK und die Polizei als zentrale Figur des illegalen Abfallmanagements betrachten, nahm am 6. Juni 2026 an der Weinstecher-Alka in Kutjevo teil. Es handelt sich um ein traditionelles Ritterturnier im Rahmen des Graševina-Festivals, bei dem die Teilnehmer auf Fahrrädern mit einem Speer auf einen Ring zielen. Fotos dieser Veranstaltung veröffentlichte das Portal Požeški.hr am 10. August.
Der Weg von 35.000 Tonnen von Italien bis zu kroatischen Silos
Ermittler behaupten, dass Šincek die zentrale Figur des Systems war, durch das etwa 35.000 Tonnen Abfall, hauptsächlich aus Italien, Slowenien und Deutschland, nach Kroatien gelangten und illegal entsorgt wurden. Das Material wurde in den Dokumenten als Rohstoff für Recycling oder zur Verarbeitung zu Baumaterial deklariert, doch ein Teil des Abfalls wurde vergraben, mit Erde und Kies bedeckt oder mit Bauschutt vermischt.
Nach Polizeischätzungen handelt es sich um etwa 1.750 Lieferungen von jeweils rund zwanzig Tonnen. Die Ermittlungen erstrecken sich über mehrere Standorte, von Gospić, Benkovac und Varaždin bis nach Senj und Otočac, und in Gospić geriet das Gelände des ehemaligen PPK Velebit in den Fokus. Dort dienten Silos, offene Flächen und das umliegende Land zur Entsorgung, und als der Platz knapp wurde, wurde auch ein Teil des Waldes gerodet.
Familienkreis und operative Gruppe
Neben Šincek stehen auch Mitglieder seiner Familie und enge Mitarbeiter unter Verdacht. Seine Ehefrau Monika Šincek ist Miteigentümerin der Firma Izoxeco, zusammen mit Franciska Dodić, und es wird vermutet, dass über verbundene Unternehmen Arbeiter und Transport koordiniert wurden. Die Firmen stellten sich gegenseitig Rechnungen aus, um Geld abzuziehen und seine Spur zu verschleiern.
Monikas Vater Mileta Stevanović war laut Ermittlern für die Beschaffung von Erde und Kies zuständig, mit denen der zerkleinerte Abfall bedeckt wurde. Antonija Bauk, die Partnerin von Monikas Bruder, sowie zwei Fahrer werden als Teil der operativen Gruppe genannt, die den Transport organisierte, Arbeiter koordinierte und die Vertuschung des Abfalls durchführte.
Fassade legaler Geschäfte und Geldwäscheverdacht
Die USKOK prüft nun auch die Finanztransaktionen der verbundenen Gesellschaften und vermutet, dass über Darlehen, Investitionen und Scheinrechnungen mehrere hunderttausend Euro gewaschen wurden. Šinceks Firmen waren nominell mit der Umwandlung von Abfällen in Bauprodukte befasst, weshalb Lastwagen, Plastikballen und zerkleinertes Material lange Zeit keinen Verdacht erregten, doch hinter dieser legalen Geschäftsfassade, so die Ermittler, lief ein ganz anderes Geschäft.