Waldbrand bei Athen wütet vierten Tag: 'Lage ist außer Kontrolle', 10.000 Hektar verbrannt
Feuerwehr kämpft gegen die Flammen nordwestlich der griechischen Hauptstadt, 15 Ortschaften evakuiert, Wind mit 100 km/h erschwert die Löscharbeiten.
Feuerwehr kämpft gegen die Flammen nordwestlich der griechischen Hauptstadt, 15 Ortschaften evakuiert, Wind mit 100 km/h erschwert die Löscharbeiten.
Ein riesiger Waldbrand, der seit vier Tagen etwa vierzig Kilometer nordwestlich von Athen wütet, ist trotz großer Anstrengungen der griechischen Feuerwehr weiterhin außer Kontrolle. Die Flammen, begünstigt durch starken und unberechenbaren Wind, haben mehr als 10.000 Hektar Land vernichtet und mindestens 100 Häuser zerstört oder beschädigt, wie aus einem Bericht der europäischen Klimaagentur Copernicus vom Montag, dem 3. August 2026, hervorgeht.
Die Lage ist so ernst, dass griechische Feuerwehrleute der Nachrichtenagentur AFP erklärten, die "Lage sei außer Kontrolle". Dichter Rauch liegt über der Region Böotien, und der Fotograf Angelos Tzortzinis hielt bereits am 1. August apokalyptische Szenen fest. Die Behörden haben bisher insgesamt etwa fünfzehn von den Flammen bedrohte Ortschaften evakuiert.
Die Löscharbeiten waren am Wochenende äußerst schwierig, da ein Sturmwind mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h wehte, weshalb Löschflugzeuge am Boden bleiben mussten. Am Montag beruhigten sich die Wetterbedingungen etwas, was den vollen Einsatz der Luftstreitkräfte ermöglichte. Am Boden sind etwa 500 Feuerwehrleute mit rund 200 Fahrzeugen im Einsatz, unterstützt aus der Luft von etwa zwanzig Flugzeugen und Hubschraubern.
Griechenland hat in den letzten Jahren erheblich in die Prävention und Bekämpfung von Bränden investiert. Derzeit verfügt das Land über 18.000 Feuerwehrleute und eine Einsatzflotte von etwa 80 Flugzeugen. Zudem wurden systematischere Reinigungsarbeiten von Vegetation und Drohnenüberwachung eingeführt. Trotzdem räumt die Regierung ein, dass sie einem ungleichen Kampf gegenübersteht. "Wir führen einen ungleichen Kampf gegen die Folgen der Klimakrise", erklärte ein Mitglied der griechischen Regierung am Montagmorgen gegenüber France Info.
Die Umweltschutzorganisation WWF warnte am Montag, dass Südeuropa in eine "dauerhafte Feuerkrise" eintrete. Als Reaktion auf die immer häufigeren Katastrophen wird Griechenland das erste europäische Land sein, das sieben neue Canadair-Flugzeuge der neuen Generation erhält, deren Lieferung jedoch nicht vor 2028 erwartet wird.