Die finanzielle Belastung durch Brände in Kroatien ist im letzten Jahrzehnt dramatisch gestiegen, und die Daten der Versicherer zeigen, dass regulierte Schäden deutlich schneller wachsen als die vereinnahmten Prämien. Laut Daten des Kroatischen Versicherungsbüros stieg die Prämie für Feuerversicherung und Elementarschäden von 75,2 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 146,1 Millionen Euro im Jahr 2024, also um 94 Prozent. Im Jahr 2025 erreichte sie 160,9 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die regulierten Schäden um ganze 139 Prozent, von 29,2 auf 69,7 Millionen Euro.
Das jährliche Wachstum zeigt erhebliche Schwankungen, was auf bedeutende Schäden in bestimmten Jahren zurückzuführen ist. Im Jahr 2020 stiegen die ausgezahlten Entschädigungen um 70,5 Prozent, während sie im Jahr 2023 um ganze 74,7 Prozent zunahmen. Die statistischen Daten der Hanfa, die Feuerversicherung und andere Arten der Sachversicherung zusammenfassen, deuten auf einen Anstieg der Schadenquote (Verhältnis von regulierten Schäden zu vereinnahmten Prämien) von etwa 83,2 Prozent im Jahr 2024 auf 86,9 Prozent im Jahr 2025 hin. Mit anderen Worten: Für jeweils 100 Euro Prämie, die 2025 in dieser Kategorie vereinnahmt wurden, entfielen fast 87 Euro auf regulierte Schäden, während es im Vorjahr etwa 83 Euro waren.
Brandsaison bricht Rekorde
Dass die Saison schwer werden würde, deutete sich bereits Ende Juni an, als für Kroatien wegen der Hitzewelle, die Europa erfasst hatte, roter Alarm ausgelöst wurde. Daten der Kroatischen Feuerwehrgemeinschaft zeigen, dass bis zum 10. August in Kroatien 5.575 Brände im Freien registriert wurden, was 13 Prozent mehr im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres ist. Bereits vor dem katastrophalen Brand in Omiš war die von Feuer betroffene Fläche in Kroatien in diesem Jahr um 75 Prozent größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Hauptfeuerwehrkommandant Slavko Tucaković führt die Zunahme der Brände auf die Wetterbedingungen zurück. "Die Zunahme können wir mit den Wetterbedingungen in Verbindung bringen, also mit langen Trockenperioden mit hohen Temperaturen, die die Vegetation austrocknen. Dieses Jahr hatten wir mehrfach auch trockene Gewitter, bei denen in kurzer Zeit mehrere Brände entstanden", erklärte er kürzlich gegenüber Poslovni dnevnik.
Versicherung deckt nur einen kleinen Teil der Schäden
Ein dramatisches Bild zeichnet die Schätzung der Weltbank, wonach in Kroatien nur etwa drei Prozent der Schäden im Zusammenhang mit großen Katastrophenereignissen versichert sind. Obwohl diese Zahl nicht direkt nur mit Bränden in Verbindung gebracht werden kann, verdeutlicht sie, wie viel der Katastrophenkosten außerhalb des Versicherungssystems bleibt. Diese Kosten tragen Bürger und Unternehmen aus eigenen Mitteln, und ein Teil wird letztendlich vom Staat übernommen.
Bei Croatia osiguranje betont man, dass Unterversicherung eine der größten Herausforderungen in der Sachversicherung ist, insbesondere für private Häuser. Nach einigen Schätzungen sind nur etwa ein Viertel der Häuser versichert, weshalb viele Menschen nach großen Bränden auf staatliche Hilfe und Spenden angewiesen sind, die die Schäden oft nicht vollständig decken können. Bei diesem Versicherungsunternehmen führt man das Wachstum der Schäden auf immer häufigere und intensivere Wetterextreme sowie auf den Anstieg der Werte versicherter Güter zurück.
"Gleichzeitig steigt auch die Gesamtschadenssumme, was mit höheren Werten versicherter Güter sowie gestiegenen Wiederaufbau- und Sanierungskosten zusammenhängt. Das stärkste Wachstum verzeichnen wir in Gebieten, die von Bränden und anderen Unwettern betroffen sind", so Croatia osiguranje.
Klimawandel erhöht das Risiko
Dass der Klimawandel das Risiko extremer Hitze und damit auch von Bränden erhöht, zeigt auch die Analyse der internationalen Klimatologengruppe World Weather Attribution (WWA). Ende Juni kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die damalige rekordverdächtige europäische Hitzewelle ohne menschengemachten Klimawandel "nahezu unmöglich" gewesen wäre.
Eine Analyse der Financial Times zeigt, dass in dieser europäischen Brandsaison bisher fast 500.000 Hektar verbrannt sind, und allein in den ersten beiden Monaten überstieg der Schaden drei Milliarden Euro. Dieser Betrag liegt bereits über der Schätzung der Europäischen Kommission zu den durchschnittlichen jährlichen Kosten von Waldbränden in der gesamten Europäischen Union. Laut dem Schadensregister für Naturkatastrophen belief sich die Summe der gemeldeten Schäden in Kroatien im Jahr 2025 auf 342,45 Millionen Euro. Das Register umfasst alle Naturkatastrophen, nicht nur Brände, daher ist es nicht möglich, den jährlichen Betrag für Brände daraus zu extrahieren. Darüber hinaus handelt es sich um gemeldete Schäden, die aufgrund ausgerufener Naturkatastrophen entstanden sind, was bedeutet, dass ein Teil der wirtschaftlichen Kosten außerhalb der Statistik bleibt.
Versicherung ist dabei nicht die einzige Lösung. Sie kann die finanziellen Verluste durch Brände abdecken, reduziert aber nicht das Risiko selbst. Deshalb werden neben einer Ausweitung der Versicherung Investitionen in die Löschinfrastruktur, die Pflege von Gelände und präventive Maßnahmen gleichermaßen entscheidend sein, da das Klimarisiko zunehmend zu einer finanziellen Belastung für Einzelpersonen, Unternehmen und den Staat wird.