Die Produktionsfirma BITE ART d.o.o., die im Jahr 2025 einen Umsatz von 59.536 Euro erzielte und eine Person beschäftigte, hat vom Kroatischen Rundfunk (HRT) einen Auftrag im Wert von fast 385.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer erhalten. Es handelt sich um die Produktion von sieben Folgen der Serie "Savršena mjesta sa Sašom Šekoranjom", deren Nettowert 307.909,10 Euro beträgt, also etwa 384.886 Euro inklusive 25 Prozent Mehrwertsteuer.
Hinter dem Unternehmen steht Ana Šerić, alleinige Eigentümerin und Geschäftsführerin von BITE ART, die zugleich Regisseurin und Produzentin der genannten Serie ist. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und ist für die Produktion von Filmen, Videofilmen und Fernsehprogrammen registriert. Šerić ist also direkt in den kreativen Teil des Projekts involviert, und BITE ART ist nicht nur ein administrativer Vermittler im Vertrag.
Bescheidene Einnahmen und plötzlicher Sprung
Ein Blick auf die bisherige Geschäftstätigkeit von BITE ART zeigt ein deutliches Missverhältnis zwischen den üblichen Einnahmen des Unternehmens und dem Wert des neuen HRT-Projekts. Nach verfügbaren Daten erzielte das Unternehmen im Jahr 2023 einen Umsatz von 109.659 Euro und einen Nettogewinn von 3.538 Euro bei einem Beschäftigten. Ein Jahr später, 2024, sank der Umsatz auf 98.500 Euro, aber der Nettogewinn stieg auf 6.432 Euro, und das Unternehmen beschäftigte vorübergehend zwei Personen.
Der Umsatzrückgang setzte sich auch 2025 fort, als BITE ART nur 59.536 Euro Umsatz und 4.373 Euro Nettogewinn erzielte, wiederum mit einem Beschäftigten. Der neue Vertrag mit dem HRT stellt daher einen enormen geschäftlichen Sprung dar; der Wert eines einzigen Projekts ist mehr als sechsmal so hoch wie der Gesamtumsatz, den das Unternehmen im gesamten letzten Jahr erzielte.
Legitime Fragen zur Ausschreibung
Ein solches Missverhältnis muss an sich nicht unbedingt bedeuten, dass an dem Vertrag etwas auszusetzen ist. Kleine Produktionsfirmen können für große Projekte externe Mitarbeiter, Kameraleute, Cutter und anderes Produktionspersonal engagieren. Da es sich jedoch um einen öffentlich-rechtlichen Sender handelt, der mit Steuergeldern finanziert wird, ergeben sich mehrere legitime Fragen.
Es ist nicht bekannt, wie viele Angebote auf die HRT-Ausschreibung eingegangen sind, wie das Projekt bewertet wurde, wer in der Jury saß, die es beurteilt hat, und nach welchen Kriterien eine Produktion mit einem Beschäftigten und bescheidenen Einnahmen einen Auftrag im Wert von fast 385.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer erhalten hat. Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für die Transparenz der Verwendung öffentlicher Gelder.