Das große Feuer, das das Gebiet von Omiš erfasst hat, hat eine Reihe von Fragen zur Bereitschaft des kroatischen Zivilschutzes aufgeworfen, insbesondere dazu, warum das System zur Frühwarnung und Krisenbewältigung (SRUUK) nicht aktiviert wurde. Während die Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpften, stellt die Öffentlichkeit die entscheidende Frage: Wer hätte die Menschen informieren sollen, was sie tun sollen?
Puljak hat in einem Beitrag in den sozialen Medien, den Dalmacija Danas zitiert, die Behörden scharf für das Ausbleiben von Warnungen kritisiert. Besonders hob sie das Problem der Touristen hervor, von denen sich zu diesem Zeitpunkt etwa 12.000 im betroffenen Gebiet aufhielten.
"Und was ist mit den 12.000 Touristen? Wer hat ihnen gesagt, was sie tun sollen, während es brannte?"
Laut 24sata betonte Puljak, dass es sich um Menschen aus Tschechien, Polen, Deutschland und Ungarn handelt, die kein Kroatisch verstehen, keine lokalen Portale verfolgen und die örtlichen Straßen nicht kennen. Genau deshalb stellt sich die Frage, wie diese Menschen überhaupt wissen konnten, was sie in einer Krisensituation tun sollten.
Zeuge des Feuers: "Das war eine Katastrophe"
Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Feuer in einem Waldgebiet entlang der Straße in Lokva Rogoznica ausgebrochen ist. Getragen von starkem Wind breitete sich das Feuer in Richtung Omiš in einem etwa 23 Kilometer langen und eineinhalb Kilometer breiten Streifen aus und erfasste ungefähr tausend Hektar.
Der Gastronom Goran Lović aus Lokva Rogoznica, der den Beginn der Flammen miterlebte, beschrieb die dramatischen Momente. "Das war eine Katastrophe. Der Wind wechselte die Richtung, die Bora war stark und es brannte von allen Seiten. Wir konnten nicht zu unseren Kindern und unserem Haus gelangen, weil wir abgeschnitten waren", sagte Lović gegenüber HRT.
Lović äußerte Zweifel an einer natürlichen Ursache des Feuers. "Hier gibt es keine Infrastruktur, keinen Strom und kein Wasser, das Gelände abseits der Straße ist unzugänglich. Wir glauben, dass dies Menschenhand ist und dass dies für uns eine Art Terrorismus ist", sagte er.
"Bitte helfen Sie uns und vergessen Sie uns nicht. Lassen Sie nicht zu, dass man nach drei Tagen nichts mehr von Lokva Rogoznica und Omiš weiß."
Knežević: "Der Staat hätte sagen müssen, wie man am Leben bleibt"
Die Stadträtin Viktorija Knežević meldete sich über Facebook zu Wort, und ihr Status wird von Dubrovnik Insider zitiert. Ihre Kritik richtet sich gegen den Kern des Zivilschutzsystems.
"SRUUK HÄTTE NICHT MELDEN SOLLEN, DASS ES BRENNT. ES HÄTTE MELDEN SOLLEN, WAS ZU TUN IST. Die Menschen haben das Feuer selbst gesehen. Der Staat hätte ihnen sagen müssen, wie sie am Leben bleiben."
Knežević betonte, dass die Botschaft, die das System hätte senden sollen, eine konkrete Anweisung gewesen wäre, nicht nur eine bloße Information. Sie nannte ein Beispiel, wie sie hätte lauten sollen: "Bewohner gefährdeter Siedlungen sollen sich auf Evakuierung vorbereiten. Benutzen Sie keine Autos ohne Anweisung der Behörden. Halten Sie die D8 frei. Folgen Sie den Anweisungen zu Sammelplätzen und möglicher Evakuierung auf dem Seeweg."
Besonders kritisierte sie das Ausbildungsniveau der Verantwortlichen. Ihren Angaben zufolge dauert die gesetzliche Schulung von Bürgermeistern, Gemeindevorstehern und Gespanschaftsvorstehern für Zivilschutzaufgaben nur sieben Schulstunden. Zum Vergleich: In der Schweiz wird Mitgliedern von Krisenstäben etwa 40 Stunden zusätzliche Schulung pro Jahr empfohlen.
Knežević schloss, dass die Entscheidung zur Aktivierung des SRUUK nicht vom Wind oder der Nacht getroffen wurde, sondern von konkreten Personen in verantwortlichen Positionen. Die Öffentlichkeit, so meint sie, müsse erfahren, wer die Aktivierung in Betracht gezogen hat, zu welcher Zeit und auf der Grundlage welcher Einschätzung die Nachricht ausblieb.
Stadt Omiš verteilt Folien für beschädigte Dächer
Die Stromversorgung in Lokva Rogoznica wurde wiederhergestellt, und auch Mitarbeiter von HEP waren an der Sanierung beteiligt. Die Stadt Omiš rief Bürger, deren Dächer durch das Feuer beschädigt wurden, auf, sich unter [email protected] zu melden.
Die Stadt hat PVC-Folien vorbereitet, deren Verteilung morgen beginnt, damit die Bewohner ihre beschädigten Häuser vor den angekündigten Niederschlägen schützen und weiteren Schaden verhindern können.