Der unabhängige Stadtrat Daniel Radeta hat am Dienstag eine scharfe Pressemitteilung veröffentlicht und fordert dringende Antworten zu den über 150.000 Tonnen Abfall, die seit 2022 auf der Deponie Diklo gelandet sind. Er zieht eine direkte Parallele zu den jüngsten Enthüllungen in Gospić, wo Abfall fälschlicherweise als ungefährlich eingestuft wurde, und stellt die entscheidende Frage: "Ist Zadar das neue Gospić?"
Code 19 12 12 unter der Lupe
Radeta erläutert in seinem Schreiben an die Medien ausführlich, warum der Vergleich mit Gospić gerechtfertigt ist. "In Gospić wurde der Abfall als 19 12 12, ungefährlicher Abfall, geführt. Nachträgliche Analysen ergaben, dass ein Teil des Abfalls gefährliche Eigenschaften aufweist und in die Kategorie 19 12 11* gehört", erklärte er.
Anschließend wies er auf die Situation in Zadar hin: "Und auf Diklo? Allein im Jahr 2024 wurden 54.544 Tonnen Abfall unter dem Code 19 12 12 abgelagert." Genau diese Einstufung des Abfalls als ungefährlich, ohne, wie er behauptet, durchgeführte Analysen, steht im Mittelpunkt seiner Kritik.
Seit März keine Antwort
Der Stadtrat betont, dass er seit Monaten vergeblich versucht, Informationen vom kommunalen Unternehmen Čistoća Zadar zu erhalten. "Seit März fordere ich von Čistoća Zadar eine Antwort, woher dieser Abfall kam. Es gibt keine Antwort", so Radeta. Er fügte hinzu, dass er gleichzeitig Aufnahmen von Lastzügen ausländischer Firmen veröffentlicht habe, die Abfall anliefern, der dann auf Kipper umgeladen und auf der geschlossenen Deponie in Diklo entsorgt wird.
Forderung nach vollständiger Dokumentation
Um den wahren Sachverhalt zu klären, hat Radeta offiziell die vollständige Dokumentation von Čistoća Zadar, dem Ministerium und der staatlichen Inspektion angefordert. Die Anfrage umfasst ONTO-Aufzeichnungen, Daten zur Herkunft des Abfalls sowie alle Laboranalysen, die möglicherweise durchgeführt wurden.
"Die Frage ist einfach: Wer hat wann und auf der Grundlage welcher Analysen festgestellt, dass die über 150.000 Tonnen Abfall, die seit 2022 auf Diklo gelandet sind, keine gefährlichen Stoffe enthielten?", fragt sich Radeta in der Mitteilung.
Abschließend sagt er, dass nach dem Fall Gospić ein bloßer Verweis auf Papiere nicht mehr ausreiche. "Wenn Analysen durchgeführt wurden, sollen sie sie sofort veröffentlichen! Wenn nicht, muss jemand erklären, wer und wie jahrelang zugelassen hat, dass über 150.000 Tonnen Abfall ohne echte Überprüfung seiner Zusammensetzung auf Diklo landen", heißt es in Radeas Veröffentlichung.