Rumänien schaltet erstmals seit 23 Jahren Atomkraftwerk wegen Dürre ab
Wegen des rekordniedrigen Donaupegels hat das Kraftwerk Cernavoda auch den zweiten Reaktor gestoppt, und das Land hat begonnen, Strom aus der Ukraine zu importieren.
Wegen des rekordniedrigen Donaupegels hat das Kraftwerk Cernavoda auch den zweiten Reaktor gestoppt, und das Land hat begonnen, Strom aus der Ukraine zu importieren.
Rumänien hat am Donnerstag mit dem kontrollierten Abschalten des zweiten Reaktors im Kernkraftwerk Cernavoda begonnen, da der Wasserstand der Donau unter das für den Betrieb der Anlage erforderliche Niveau gefallen ist, berichtet AP World News. Dies ist das erste Mal seit 23 Jahren, dass das Kraftwerk vollständig abgeschaltet wird.
Der Betreiber des Kraftwerks, Nuclearelectrica, erklärte in einer Mitteilung an die Bukarester Börse, dass "die Entscheidung zur kontrollierten Abschaltung von Block 2 durch den anhaltenden signifikanten Rückgang des Wasserstands der Donau bedingt ist". Sie fügten hinzu, dass "die Aufrechterhaltung beider Blöcke in einem sicheren Abschaltzustand keine Auswirkungen auf die nuklearen Sicherheitsparameter hat, einschließlich Personal, Umwelt und Bevölkerung".
Das Kraftwerk Cernavoda, das Flusswasser zur Kühlung seiner beiden Reaktoren nutzt, deckt im Vollbetrieb etwa 20 Prozent der rumänischen Stromerzeugung ab. Der erste Reaktor wurde Ende Juli wegen des extrem niedrigen Wasserstands abgeschaltet, und nach der Abschaltung des zweiten Reaktors verlässt sich das Land auf alternative Quellen und Importe.
Das rumänische Energieministerium teilte am Mittwoch mit, dass die Stromversorgung "vollständig durch alternative Quellen und Importe gedeckt" werde. Laut dem rumänischen Portal Digi 24 hat das Land begonnen, Strom aus der Ukraine zu importieren.
Der amtierende Premierminister Ilie Bolojan hat am 31. Juli den nationalen Bereitschaftszustand im Energiesektor für August ausgerufen. Die rumänischen Behörden begannen letzte Woche, vier mit Steinen beladene Lastkähne in der Nähe des Bala-Kanals an der Donau zu versenken, die vom Militär mit Sprengstoff vermint wurden, um eine Unterwasserbarriere zu schaffen und das Wasser zum Kraftwerk umzuleiten.
Trotz dieser Bemühungen ist das Wasser unter das für den Betrieb der Anlage erforderliche Niveau gesunken. Eine ähnliche Situation droht auch dem Nachbarland Ungarn, wo das einzige Kernkraftwerk Paks zum ersten Mal in seiner 44-jährigen Geschichte am Rande der Abschaltung steht. Die ungarischen Behörden planen, den Donaupegel in dieser Woche anzuheben, um den weiteren Betrieb zu gewährleisten.