Die Zusammenarbeit zwischen Russland, China, Iran und Nordkorea hat in den letzten Jahren eine völlig neue Dimension erreicht und einen Block geschaffen, der die Weltordnung grundlegend verändern könnte. Die US-Agentur Bloomberg bezeichnet diese Gruppe als "Große Vier", und ihre Annäherung hat sich insbesondere nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine beschleunigt.
Die Beziehungen zwischen Moskau, Peking, Teheran und Pjöngjang sind nicht mehr nur eine Reihe separater bilateraler Abkommen. Sie nehmen zunehmend die Form einer breiteren strategischen Allianz an, motiviert durch ein gemeinsames Ziel: die Konfrontation mit Washington und dem kollektiven Westen. Diese Zusammenarbeit umfasst Schlüsselressourcen, von wirtschaftlicher Unterstützung und Technologie bis hin zu Waffen und Geheimdienstinformationen.
Wer gibt was und wer bekommt was?
Jedes Mitglied der "Großen Vier" spielt eine spezifische Rolle. China unterstützt die russische Wirtschaft und liefert dringend benötigte Technologien. Der Iran hat Russland mit der Lieferung von Drohnen geholfen, während Nordkorea Munition und Raketen schickt und auch eigene Soldaten entsandt hat.
Die Zusammenarbeit ist nicht einseitig. Moskau revanchiert sich bei Teheran mit Geheimdienstinformationen und Militärtechnologie, hilft Pjöngjang bei der Entwicklung von Waffen, und Peking erhält im Gegenzug Zugang zu fortschrittlichen russischen Militärtechnologien. Dadurch entsteht ein Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten, das über individuelle Interessen hinausgeht.
Die Verflechtung globaler Krisen
Aufgrund dieser Vernetzung können der Konflikt in der Ukraine, die Krisen im Nahen Osten und potenzielle Kriege in Asien nicht mehr getrennt betrachtet werden. Bloomberg nennt konkrete Beispiele: Russland hilft dem Iran bei Angriffen auf US-Stützpunkte im Persischen Golf, während die Ukraine einen Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer durchgeführt hat, um den strategischen Handel zwischen Moskau und Teheran zu stören.
Gleichzeitig tauchen Informationen auf, dass China sich auf den Verkauf von Luftverteidigungssystemen an den Iran vorbereitet und dass Nordkorea möglicherweise zusätzliche Truppen zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine entsenden könnte. Russland und China demonstrieren bereits durch gemeinsame Militärübungen ihre Bereitschaft, im Falle einer neuen großen militärischen Krise gemeinsam zu handeln.
Schlüsselfaktoren für die Festigung des Blocks
Nicht nur der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran hat zur Stärkung der "Großen Vier" beigetragen. Ein wichtiger psychologischer und strategischer Moment war die Fähigkeit Teherans, im direkten Konflikt mit Washington und Tel Aviv lange genug durchzuhalten, um die Kämpfe in eine Pattsituation zu bringen. Dies hat die Einschätzungen über die militärischen Fähigkeiten des Iran verändert.
Ein weiterer Faktor ist die Widerstandsfähigkeit Russlands, das bereits im fünften Jahr dem westlichen Block in der Ukraine standhält. Gleichzeitig wächst die gesamtwirtschaftliche, politische und militärische Macht Chinas, während Nordkorea, lange Zeit international isoliert, deutlich mehr Raum für Zusammenarbeit mit Staaten erhalten hat, die ähnliche strategische Interessen teilen.
Was kommt als Nächstes?
Bisher gibt es kein formelles Bündnis, das Russland, China, Iran und Nordkorea durch ein einheitliches Abkommen verbindet. Dennoch kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass ihre derzeitige Annäherung in Zukunft zu einem formalisierten Bündnis wird.
Für die USA und ihre Verbündeten wäre die Folge einer solchen Entwicklung das Entstehen eines erheblich komplexeren internationalen Umfelds. Nach Einschätzung von Bloomberg tritt die Welt in eine Ära der Vernetzung revisionistischer Staaten und der Annäherung von Konflikten auf dem gesamten Planeten ein, in der Krisen in verschiedenen Teilen der Welt nicht mehr einfach isoliert werden können.