Russland hat im April 2026 die Produktion seiner ballistischen Raketen vom Typ Kinzhal eingestellt und die Ressourcen auf die Steigerung der Produktion anderer, präziserer Raketentypen umgeleitet. Diese Information veröffentlichte Generalmajor Vadym Skibitskyi, stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung des Nachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums, in einem Interview mit RBC-Ukraine, das am 10. August veröffentlicht wurde.
Skibitskyi erläuterte, dass die Entscheidung nicht nur getroffen wurde, um das Produktionsvolumen zu erhöhen, sondern auch wegen ernsthafter Probleme mit der Genauigkeit der Kinzhal selbst. "Bei einer effektiven Rakete darf die Abweichung vom Ziel 5-7 Meter nicht überschreiten, bei ihnen sind es 30 Meter und mehr", erklärte Skibitskyi. Diese Aussage wirft ein neues Licht auf das monatelange Fehlen von Erwähnungen dieser Raketen in den regelmäßigen Berichten der ukrainischen Luftwaffe.
Umverteilung von Ressourcen und 'vereinfachte' Kontrolle
Nach den Worten des ukrainischen Geheimdienstlers ermöglichte die Einstellung der Kinzhal-Produktion Russland, wichtige Ressourcen anderswohin umzuleiten. "Die Russen haben es geschafft, die Produktion ballistischer Raketen zu erhöhen, auch dadurch, dass sie derzeit keine 'Kinzhal' mehr produzieren. Dementsprechend fließt der Raketentreibstoff nicht mehr in die 'Kinzhal', sondern in andere ballistische Raketen", sagte Skibitskyi.
Neben der Kinzhal hat Moskau auch die Produktion und den Einsatz der Raketen Ch-32, einer modernisierten Version der älteren Rakete Ch-22, eingestellt. Die Mittel und Komponenten, die ursprünglich für diese Systeme vorgesehen waren, werden nun für Raketentypen verwendet, die die russische Militärführung für effektiver hält. Skibitskyi fügte hinzu, dass es in der russischen Militärindustrie derzeit ein "vereinfachtes" Verfahren der technischen Kontrolle gibt und die Nichterfüllung von Produktionsplänen "echte Konsequenzen" nach sich zieht.
Das Verschwinden der Kinzhal vom Schlachtfeld
Die Kinzhal-Raketen, die Russland von MiG-31K-Flugzeugen aus auf die Ukraine abfeuert, sind zum Synonym für massive Luftalarme im ganzen Land geworden. Ihr Abschuss von Kampfflugzeugen löste regelmäßig Alarm für das gesamte Territorium der Ukraine aus. In den Berichten der ukrainischen Luftstreitkräfte gibt es jedoch seit mehreren Monaten keine Hinweise auf den Einsatz dieser Waffe, was nun eine offizielle Erklärung erhält.
Obwohl Russland die Produktion der Kinzhal eingestellt hat, bedeutet dies nicht unbedingt eine Verringerung der Gesamtbedrohung. Skibitskyi deutet an, dass sich der Fokus auf andere Arten ballistischer Raketen verlagert hat, was bedeuten könnte, dass sich die russischen Streitkräfte anpassen und nach Wegen suchen, die Effektivität ihrer Angriffe auf Ziele in der Ukraine zu erhöhen.