Das US-Militär hat bei einem Angriff auf ein Wohngebäude auf der iranischen Insel Qeschm in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, den 30. Juli 2026, eine seiner zerstörerischsten nicht-nuklearen Bomben eingesetzt, wobei drei Menschen getötet wurden, berichtete die New York Times unter Berufung auf Satellitenbilder und Expertenmeinungen.
Nach einer visuellen Untersuchung der Zeitung deuten der Durchmesser des Kraters und Munitionsfragmente auf den Einsatz der schweren Luftbombe MK-84 mit einem Gewicht von 2.000 Pfund (etwa 907 Kilogramm) hin. Die New York Times berichtet, dass in der Nähe keine Beweise für militärische Anlagen gefunden werden konnten, und der Angriff erfolgte in einem dicht besiedelten Gebiet.
Getötet: Ehemann, Ehefrau und zweijähriger Sohn
Nach detaillierteren Informationen von Clash Report, ebenfalls unter Berufung auf die Untersuchung der New York Times, fiel die Bombe auf ein Familienhaus in der Stadt Qeschm City. Bei dem Angriff wurden der Ehemann, die Ehefrau und ihr zweijähriger Sohn getötet, während zwei Kinder überlebten.
Auf der Grundlage von Videos, Satellitenbildern, der Größe des Kraters und Bombenfragmenten kamen Waffenexperten zu dem Schluss, dass der Angriff mit einer JDAM-gelenkten Mark-84-Bombe der USA vereinbar war. Das beabsichtigte Ziel des Angriffs ist weiterhin unbekannt.
Reaktion des US-Militärs
Captain Tim Hawkins, Sprecher des US Central Command (CENTCOM), bestätigte gegenüber der New York Times, dass die militärische Führung über den Angriff informiert sei und ihn untersuche. "Das US-Militär zielt niemals auf Zivilisten", sagte Hawkins.
Experten, die in dem Bericht zitiert wurden, stellten den Einsatz einer so großen Bombe in einem dicht besiedelten Gebiet in Frage, insbesondere angesichts des Fehlens offensichtlicher militärischer Ziele in der Nähe.
Kontext des Konflikts
Die Vereinigten Staaten und Israel begannen am 28. Februar 2026 einen Krieg mit dem Iran. Im Juni unterzeichneten Washington und Teheran ein Memorandum of Understanding, das einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich des Libanon, vorsah. In der Nacht zum 8. Juli 2026 setzten die USA jedoch ihre groß angelegten Angriffe auf den Iran fort und beschuldigten ihn, das Abkommen über die Straße von Hormus verletzt zu haben.
Die New York Times berichtete außerdem, dass der Iran während der kurzen Waffenruhe heimlich einen Plan ausgearbeitet hatte, um die Kosten des Krieges für Präsident Donald Trump im Falle neuer US-Angriffe zu erhöhen, indem er sein Netzwerk von Verbündeten in der Region nutzte.