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Nordkorea entsendet Raketeneinheiten nach Russland

Pjöngjang stationiert eine spezielle Raketeneinheit mit 120 ballistischen Raketen, während die Vorbereitungen für die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten laufen, warnt die ukrainische Führung.

Foto: Wikipedia (Kursk)
Kurz gesagt
  • Nordkorea entsendet eine spezialisierte Raketeneinheit mit 90 Angehörigen in die russische Region Woronesch für Angriffe auf die Ukraine.
  • Die Einheit wird über 120 ballistische Raketen und 6 Abschussvorrichtungen verfügen, zusätzlich zu 40 bereits gelieferten KN-23- und KN-24-Raketen.
  • Moskau bereitet den Boden für die Aufnahme weiterer 30.000 nordkoreanischer Soldaten vor, zusätzlich zu den 9.500, die sich bereits in der Region Kursk befinden.
  • Ungenauere nordkoreanische Raketen verursachen zivile Opfer und üben enormen Druck auf die ukrainische Luftverteidigung vor dem Winter aus.

Die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang tritt in eine neue, gefährlichere Phase. Nach Informationen des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) entsendet Nordkorea derzeit eine spezialisierte Raketeneinheit nach Russland, deren Ausbildung bereits auf einem russischen Übungsgelände läuft.

Die Einheit umfasst etwa 90 Angehörige und wird in der westrussischen Region Woronesch stationiert, eingegliedert in die 112. Raketenbrigade der russischen Streitkräfte. Andrij Tschernjak, Vertreter des HUR, erklärte gegenüber der Independent, dass Russland erwartet, dass diese Einheit über 120 nordkoreanische ballistische Raketen und sechs Abschussvorrichtungen für Angriffe auf ukrainisches Territorium verfügen wird.

Ausbildungsaufnahmen und Vorbereitung auf eine neue Welle von Truppen

Parallel zur Ankunft des Raketenpersonals reißt auch der Zustrom von Infanterie nicht ab. Anton Geraschtschenko, ehemaliger Berater im ukrainischen Innenministerium, veröffentlichte Aufnahmen, die nordkoreanische Soldaten in russischen Uniformen zeigen, die in Unterkünften und auf Übungsplätzen ausgebildet werden.

Derzeit befinden sich in der russischen Region Kursk etwa 9.500 nordkoreanische Soldaten, von insgesamt 14.000, die zuvor entsandt wurden. Doch der Druck lässt nicht nach. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte, dass Moskau in der Region Woronesch bereits die Infrastruktur für die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten aus Pjöngjang vorbereitet. "Dies ist eine Bedrohung für die ganze Welt", so Selenskyj.

Raketen mit größerer Reichweite, aber auch größerer Gefahr für Zivilisten

Pjöngjang hat bereits eine neue Lieferung von 40 ballistischen Raketen des Typs KN-23 und KN-24 nach Russland geliefert. Diese Raketen haben eine größere Reichweite und Nutzlast als die russischen 'Iskander', sind jedoch deutlich ungenauer. Die Folge sind häufige Angriffe mit einer hohen Zahl ziviler Opfer. Letzte Woche starben bei einem solchen Angriff auf das Dorf Raduschne fünf Mitglieder einer Familie.

Der Analyst Rob Lee vom Institut für Außenpolitikforschung betont, dass dies eine ernsthafte Bedrohung für Kiew darstellt. Der Ukraine fehlt es chronisch an fortschrittlichen Luftverteidigungssystemen, da solche Raketen zuverlässig vor allem von amerikanischen Patriot-Systemen abgefangen werden können. Die Zunahme ballistischer Raketen erhöht den zusätzlichen Druck auf das ukrainische Energienetz vor dem kommenden Winter.

Häufige Fragen
Welche Einheit entsendet Nordkorea nach Russland? +
Es handelt sich um eine spezielle Raketeneinheit mit etwa 90 Angehörigen, die über 120 ballistische Raketen und sechs Abschussvorrichtungen verfügen wird.
Wie viele nordkoreanische Soldaten befinden sich bereits in Russland? +
Derzeit befinden sich in der Region Kursk etwa 9.500 Soldaten, von insgesamt 14.000 zuvor entsandten, und Moskau bereitet sich auf die Aufnahme weiterer 30.000 vor.
Warum sind nordkoreanische Raketen besonders gefährlich für Zivilisten? +
Die Raketen vom Typ KN-23 und KN-24 sind ungenauer als die russischen 'Iskander', weshalb ihre Angriffe oft eine hohe Zahl ziviler Opfer verursachen.
Welche Bedrohung stellt dies für die ukrainische Luftverteidigung dar? +
Der Ukraine fehlen fortschrittliche Systeme wie die amerikanischen Patriot-Systeme, die entscheidend für das Abfangen dieser Raketentypen sind, was die Verwundbarkeit des Energienetzes erhöht.

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