Nordkorea entsendet Raketeneinheiten nach Russland
Pjöngjang stationiert eine spezielle Raketeneinheit mit 120 ballistischen Raketen, während die Vorbereitungen für die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten laufen, warnt die ukrainische Führung.
Pjöngjang stationiert eine spezielle Raketeneinheit mit 120 ballistischen Raketen, während die Vorbereitungen für die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten laufen, warnt die ukrainische Führung.
Die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang tritt in eine neue, gefährlichere Phase. Nach Informationen des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) entsendet Nordkorea derzeit eine spezialisierte Raketeneinheit nach Russland, deren Ausbildung bereits auf einem russischen Übungsgelände läuft.
Die Einheit umfasst etwa 90 Angehörige und wird in der westrussischen Region Woronesch stationiert, eingegliedert in die 112. Raketenbrigade der russischen Streitkräfte. Andrij Tschernjak, Vertreter des HUR, erklärte gegenüber der Independent, dass Russland erwartet, dass diese Einheit über 120 nordkoreanische ballistische Raketen und sechs Abschussvorrichtungen für Angriffe auf ukrainisches Territorium verfügen wird.
Parallel zur Ankunft des Raketenpersonals reißt auch der Zustrom von Infanterie nicht ab. Anton Geraschtschenko, ehemaliger Berater im ukrainischen Innenministerium, veröffentlichte Aufnahmen, die nordkoreanische Soldaten in russischen Uniformen zeigen, die in Unterkünften und auf Übungsplätzen ausgebildet werden.
Derzeit befinden sich in der russischen Region Kursk etwa 9.500 nordkoreanische Soldaten, von insgesamt 14.000, die zuvor entsandt wurden. Doch der Druck lässt nicht nach. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte, dass Moskau in der Region Woronesch bereits die Infrastruktur für die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten aus Pjöngjang vorbereitet. "Dies ist eine Bedrohung für die ganze Welt", so Selenskyj.
Pjöngjang hat bereits eine neue Lieferung von 40 ballistischen Raketen des Typs KN-23 und KN-24 nach Russland geliefert. Diese Raketen haben eine größere Reichweite und Nutzlast als die russischen 'Iskander', sind jedoch deutlich ungenauer. Die Folge sind häufige Angriffe mit einer hohen Zahl ziviler Opfer. Letzte Woche starben bei einem solchen Angriff auf das Dorf Raduschne fünf Mitglieder einer Familie.
Der Analyst Rob Lee vom Institut für Außenpolitikforschung betont, dass dies eine ernsthafte Bedrohung für Kiew darstellt. Der Ukraine fehlt es chronisch an fortschrittlichen Luftverteidigungssystemen, da solche Raketen zuverlässig vor allem von amerikanischen Patriot-Systemen abgefangen werden können. Die Zunahme ballistischer Raketen erhöht den zusätzlichen Druck auf das ukrainische Energienetz vor dem kommenden Winter.