An der kroatischen Küste, insbesondere im Raum Split, wird ein rapider Anstieg von Impetigo verzeichnet, einer ansteckenden Hautkrankheit, die im Volksmund "süße Krusten" genannt wird. Sie betrifft vor allem Kinder im Vorschulalter, aber auch Erwachsene, die engen Kontakt zu ihnen haben. Unter Touristen und Eltern verbreitete sich schnell die Sorge, dass schmutziges Meer oder verschmutzte Strände die Ursache seien, doch die Medizin widerlegt diese These eindeutig.
Was ist Impetigo eigentlich?
Dr. med. Jasna Petrić Duvnjak, Kinderärztin und Sub spezialistin für pädiatrische Pneumologie an der Poliklinik Pediatri in Split, erklärt, um welche Krankheit es sich handelt.
Impetigo ist eine oberflächliche, ansteckende Hautinfektion, die durch Staphylokokken oder Streptokokken verursacht wird. Sie tritt am häufigsten bei kleinen Kindern auf, insbesondere im Alter von zwei bis fünf Jahren, kann aber in jedem Lebensalter vorkommen. Sie entsteht, wenn Bakterien in die gesunde Haut oder durch kleinere Hautverletzungen, Schnitte, Kratzer oder Insektenstiche eindringen. Impetigo entsteht, wie jede Infektion, leichter bei Personen, die durch andere Krankheiten geschwächt sind.
Es handelt sich also um eine bakterielle, nicht um eine virale Infektion, was für das Verständnis von Behandlung und Prävention wichtig ist.
Das Meer ist keine Infektionsquelle
Eine der häufigsten Fragen von Eltern und Touristen ist, ob das Meer für die Ausbreitung der Krankheit verantwortlich ist. Die Fachwelt weist dies entschieden zurück. Impetigo wird durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person oder mit Gegenständen übertragen, die diese Person benutzt hat, wie Handtücher, Kleidung oder Spielzeug. Sommerliche Bedingungen, also Hitze, Schwitzen, Gedränge an den Stränden und häufigere körperliche Kontakte zwischen Kindern, schaffen ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung der Bakterien, aber das Meer selbst ist keine Infektionsquelle.
Warum ist der Sommer eine Risikoperiode?
Warmes und feuchtes Wetter begünstigt die Vermehrung von Bakterien auf der Haut. Kinder sind im Sommer aktiver, kratzen sich häufiger, fallen und bekommen Insektenstiche, was den Bakterien den Weg in die Haut öffnet. Zudem beschleunigen enger Kontakt an den Stränden, das Teilen von Handtüchern und das Spielen in Gruppen die Übertragung von Kind zu Kind. Erschöpfung durch Reisen oder Veränderungen der Umgebung können ebenfalls die Immunabwehr schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen, so Dr. Petrić Duvnjak.
Wie erkennt man die Symptome?
Impetigo äußert sich durch rote Wunden, die schnell aufplatzen, nässen und eine goldgelbe oder honigbraune Kruste bilden, daher auch der volkstümliche Name "süße Krusten". Sie treten meist um Nase und Mund auf, können aber auch Hände, Hals und andere Körperteile betreffen. Die Läsionen sind in der Regel schmerzlos, können aber jucken, was das Risiko der Ausbreitung erhöht, da das Kind durch Kratzen die Bakterien auf andere Körperteile oder andere Kinder überträgt.
Was sollten Eltern tun?
Dr. Petrić Duvnjak betont, dass man nicht in Panik verfallen sollte.
Kinder vertragen diese Krankheit meist gut. Die Eltern sollten beruhigt und mit klaren Anweisungen versehen werden, was sie vorbeugend tun können und wie sie ihren Kindern die Beschwerden erleichtern können, falls sie erkranken.
Entscheidend ist, sofort einen Arzt oder Kinderarzt aufzusuchen, denn Impetigo erfordert eine Antibiotikatherapie, lokal oder systemisch, je nach Schweregrad. Eine eigenmächtige Behandlung ohne ärztliche Rücksprache ist nicht zu empfehlen. Während der Behandlung sollte das Kind keinen engen Kontakt zu anderen Kindern haben, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Prävention: Hygiene ist der Schlüssel
Der wirksamste Schutz ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser, besonders nach dem Strandbesuch und vor dem Essen. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder keine Handtücher, Kleidung oder persönliche Gegenstände mit anderen Kindern teilen. Insektenstiche, Kratzer und Schnitte sollten sofort gereinigt und bei Bedarf mit einem Schutzverband abgedeckt werden. Wenn ein Kind bereits Symptome hat, ist es wichtig, es vom Kratzen an den Läsionen abzuhalten, da sich die Bakterien so leicht auf die umliegende Haut und auf andere Personen ausbreiten. Konsultieren Sie bei den ersten Anzeichen einer Infektion Ihren Arzt oder Kinderarzt.