Starkes Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert Kumamoto, Tsunami-Warnung aufgehoben
Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und Verletzte, aber keine Tsunami-Gefahr außerhalb Japans
Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und Verletzte, aber keine Tsunami-Gefahr außerhalb Japans
Ein Erdbeben der Stärke 7,1 erschütterte am Dienstagnachmittag die japanische Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu, verursachte Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und einige Verletzungen. Nach Angaben der Japanischen Meteorologischen Agentur (JMA) ereignete sich das Beben um 16:29 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 10 Kilometern. Für die Meere Ariake und Yatsushiro wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben, die jedoch bald wieder aufgehoben wurde, da keine Tsunami-Aktivität festgestellt wurde.
Während die meisten Quellen, darunter Reuters, NRK und Channel News Asia, die Stärke mit 7,1 angeben, berichtete die New York Times zunächst von einer Stärke von 6,8, was auf eine frühere vorläufige Schätzung zurückzuführen ist. Die japanische Shindo-Intensitätsskala erreichte in der Stadt Uki und der Gemeinde Hikawa in Kumamoto die höchste Stufe 7, berichtete 24sata, während die Intensität 6+ in den Städten Yatsushiro, Uto, Misato und Mashiki verzeichnet wurde.
Unmittelbar nach dem Beben gab die JMA eine Tsunami-Warnung mit Wellenhöhen von bis zu einem Meter für die Ariake-Bucht und das Yatsushiro-Meer heraus. Ein Sprecher der Agentur warnte die Bevölkerung: "Das Meer und die Küstenbereiche sind gefährlich. Bitte entfernen Sie sich sofort von der Küste. Gehen Sie auch nicht ins Meer und nähern Sie sich der Küste nicht, solange die Warnung nicht aufgehoben ist", zitiert Net.hr. Allerdings wurde die Warnung, wie der pakistanische Dawn berichtet, weniger als zwei Stunden nach dem Beben von der Website der Agentur entfernt.
"Dieses Erdbeben ereignete sich im Landesinneren, und bisher wurde keine Tsunami-Aktivität festgestellt. Daher hoffen wir, die Tsunami-Warnung relativ bald aufheben zu können, abhängig von den künftigen Meeresspiegelbedingungen", erklärte ein JMA-Sprecher gegenüber Dawn. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik (PTWC) der USA gab bekannt, dass keine Tsunami-Gefahr außerhalb Japans bestehe, einschließlich Hawaii und Amerikanisch-Samoa, schreibt der Jerusalem Post.
Das Erdbeben verursachte Stromausfälle in etwa 40.000 Haushalten, teilte das Unternehmen Kyushu Electric Power mit, während der Bahnbetreiber JR Kyushu alle Dienste, einschließlich der Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge, einstellte, so Dawn. Die japanische Regierung gab Erdbeben-Notwarnungen für sieben Präfekturen auf Kyushu heraus: Kumamoto, Nagasaki, Kagoshima, Fukuoka, Saga, Oita und Miyazaki. Die Technologieunternehmen Sony und TSMC, der weltweit größte Auftrags-Chiphersteller, haben Werke in der betroffenen Region; Sony erklärte, die Lage zu prüfen, während TSMC nicht sofort auf eine Anfrage reagierte, berichtet Dawn.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi bestätigte gegenüber Dawn, dass Verletzte, eingestürzte Gebäude und Brände gemeldet wurden. "Wir bewerten noch das Ausmaß der Verletzungen und Sachschäden, aber mir wurde mitgeteilt, dass es bereits einige Verletzungen gab", sagte sie. "In einigen Gebieten kommt es zu Stromausfällen und Bränden, Straßen und Brücken sind beschädigt, und Gebäude sind eingestürzt", fügte sie hinzu.
Laut 24sata wurde die höchste Erdbebenintensität von 7 auf der japanischen Seismizitätsskala in Uki und Hikawa verzeichnet, während Bewohner im südlichen Teil der Stadt Kumamoto sowie in den Städten Yatsushiro, Uto, Misato und Mashiki eine Intensität von 6+ spürten. Eine etwas schwächere Intensität wurde in den Orten Kamiamakusa, Koshi, Otsu, Nishihara, Mifune und Ashikita gemessen. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von 10 km, etwa 900 km südwestlich von Tokio.
Die Region Kumamoto wurde bereits 2016 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht, jedoch unterscheiden sich die Opferzahlen in den Quellen: NRK nennt 278 Tote, Dawn 275 Tote und 2.739 Verletzte, 24sata mehr als 50 Tote und 1.800 Verletzte. Japan liegt auf dem "Ring of Fire" des Pazifiks, verzeichnet mindestens ein Erdbeben alle fünf Minuten und ist für etwa 20 % aller Erdbeben der Stärke 6,0 oder mehr weltweit verantwortlich, so Dawn. Laut UNESCO könnte ein Tsunami, falls er die Küste treffen würde, potenziell eine Höhe von 30 bis 35 Metern erreichen, berichtet das schwedische SVT Nyheter, aber in diesem Fall trat dies nicht ein.
Kyushu Electric Power erklärte, dass es keine Meldungen über Unregelmäßigkeiten im Betrieb der Atomkraftwerke Sendai und Genkai gebe, bestätigten Net.hr und Dawn. Auch die japanische Atomaufsichtsbehörde (NRA) gab bekannt, dass es keine Auffälligkeiten in den Atomkraftwerken der Region gebe.