Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García erklärte am Sonntag, dem 16. August 2026, dass das Gesundheitssystem in Ceuta 'angespannt', aber nicht 'am Rande des Kollapses' sei. Sie äußerte sich nach einem Treffen mit dem Präsidenten der autonomen Stadt Ceuta und Vorsitzenden der Volkspartei (PP), Juan Jesús Vivas, wie El País berichtet.
García wiederholte die Forderung nach 'Räumen' in der Stadt, um Migranten, die Ende Juli die Grenze zu Marokko überquert hatten, unterzubringen und zu versorgen. Diese Räume seien Priorität, um zu verhindern, dass Menschen ohne regulären Status krank werden, so ihre Worte. Sie wies eine Verbindung von Migranten mit Krankheiten zurück und bezeichnete eine solche Assoziation als 'ungerecht und fremdenfeindlich'.
Massenansturm und Gesundheitsdruck
Die Krise eskalierte am 30. und 31. Juli 2026, als zwischen 72.000 und 80.000 Menschen von Marokko nach Ceuta gelangten. ZeroHedge spricht hingegen von mehr als 60.000 Wehrpflichtigen in der ersten Welle. Nach Schätzungen von ZeroHedge blieben zwischen 8.000 und 10.000 Migranten in Ceuta, während die spanischen Behörden von etwa 5.000 ausgehen.
Die Stadt hat etwa 80.000 Einwohner und eine Fläche von 19 Quadratkilometern. Im Krankenhaus von Ceuta wurde eine spezialisierte Notaufnahme mit 30 Betten eingerichtet. Quellen im Krankenhaus sagten gegenüber Remix News, dass die Aufnahme 'eine Reaktion auf die Unmöglichkeit ist, Patienten zu entlassen und auf die Straße zu schicken'.
Warnungen von Ärzten und Proteste
Julián Domínguez, Präsident der Vereinigung zur Verteidigung der öffentlichen Gesundheit in Ceuta, warnte vor den schwierigen Bedingungen: 'Der Mangel an sanitären Einrichtungen und Isolationszonen macht die Überwachung und Kontrolle von Infektionskrankheiten besonders schwierig.' Ärzte verzeichnen einen Anstieg von Krätze, Tuberkulose und Fieber ohne klaren Fokus. 'Wir haben immer noch gelegentlich Patienten mit Tuberkulose, aber wir wissen wirklich nicht, ob es mit dem Massenzustrom von Migranten nach Ceuta viel mehr werden', sagte ein Notarzt gegenüber En boca de todos.
Am 9. August fand in Ceuta ein Protest unter dem Motto 'Genug ist genug. Ceuta wird nicht nachgeben.' statt, an dem über 10.000 Menschen teilnahmen. Organisiert wurde der Protest von Religionsgemeinschaften und Nachbarschaftsvereinen. Anwohner beklagen sich über besetzte Strände, einschließlich eines improvisierten Camps am Strand Trampolín. 'Wir können unsere Kinder nicht zum Strand bringen, wir können nicht gehen. Sie sind besetzt, voller Hütten, die Leute essen dort, werfen Essen weg, es gibt viele Kleider, Fäkalien, Urin', sagten sie gegenüber Remix News.
Vox fordert, dass Marokko zahlt
Die Anti-Einwanderungspartei Vox unter der Führung von Santiago Abascal forderte im Kongress 'eine rigorose Überprüfung aller Kosten, die aus der Krise entstanden sind, und anschließend die Rückforderung von Marokko'. Die Partei besteht auf diplomatischem und wirtschaftlichem Druck, damit Rabat alle Kosten erstattet, 'um wirtschaftliche Folgen des massiven und illegalen Zustroms für die spanischen Steuerzahler zu verhindern'.
Die offizielle Ärztekammer von Ceuta bezeichnete die Situation als 'gesundheitliche Katastrophe'. Vox fordert außerdem Anreize, um schwer zu besetzende Gesundheitsstellen in Ceuta und Melilla zu füllen, und dass das Nationale Institut für Gesundheitsmanagement (INGESA) die operative Kapazität sicherstellt.
Zweite Welle an der Grenze
Seit dem 15. August dauert ein zweiter Versuch des Grenzdurchbruchs an. Die marokkanischen Behörden haben starke Sicherheitskräfte rund um die Stadt Fnideq stationiert, und Hunderte von Migranten, hauptsächlich aus Subsahara-Afrika, haben sich in der Nähe versammelt, berichtet France 24. RFI berichtet über Festnahmen von Migranten in Nordmarokko. Nach Daten, die ZeroHedge zitiert, erhielten etwa 5.800 Migranten in 15 Tagen medizinische Hilfe in Ceuta.
Ministerin García und Präsident Vivas trafen sich am Sonntag, und Vivas behauptet bisher, keine Ressourcen für die Unterbringung von Ausländern zu haben, und fordert ihre sofortige Rückführung. ZeroHedge warnt außerdem vor der Möglichkeit einer 'hybriden Kriegsführung' durch die absichtliche Nutzung von Migrantenströmen, um Druck auf die Regierung in Madrid auszuüben.