HR EN DE
NEWS SPORT BIZNIS SCENA LIFESTYLE TECH

SRUUK: So funktioniert das kroatische Frühwarnsystem für Krisen

SRUUK sendet seit August 2023 Warnungen an Bürger und Besucher per SMS und Cell Broadcast, mit vollem Schutz personenbezogener Daten.

Foto: Wikipedia (Civilna zaštita)
Kurz gesagt
  • Kroatien nutzt seit August 2023 SRUUK, ein System zur Frühwarnung und Krisenbewältigung.
  • Der Projektwert betrug 8,361 Millionen Euro, davon stellte die EU 7,107 Millionen Euro bereit.
  • Warnungen per SMS oder Cell Broadcast erhalten alle im betroffenen Gebiet, einschließlich ausländischer Besucher.
  • Das System schützt die Privatsphäre: Das Innenministerium erhält keine Gerätedaten, personenbezogene Daten bleiben bei den Mobilfunkbetreibern.

Naturkatastrophen, schwere Unglücke und Epidemien lassen sich nicht immer vermeiden, aber rechtzeitige Warnungen können ihre Folgen drastisch reduzieren. Genau aus diesem Grund hat die Republik Kroatien vor einigen Jahren SRUUK eingeführt, ein System zur Frühwarnung und Krisenbewältigung, dessen Wert 8 Millionen Euro übersteigt.

Was ist SRUUK und für wen ist es gedacht?

SRUUK wird in Kroatien seit August 2023 eingesetzt und wurde entwickelt, um Bürgern und Teilnehmern des Zivilschutzes so schnell wie möglich Informationen über Gefahren und zu ergreifende Maßnahmen zu liefern. Das System deckt ein breites Spektrum an Notfällen ab, darunter Naturkatastrophen, schwere Zwischenfälle, Seuchen und andere Situationen, die eine Bedrohung für Menschen, ihr Eigentum oder die Natur darstellen.

Nicht nur Bewohner des betroffenen Gebiets erhalten Warnungen. Auch Personen, die sich zufällig an diesem Ort aufhalten, können Benachrichtigungen erhalten, einschließlich Ausländern, die Roaming-Dienste nutzen. Es spielt keine Rolle, ob Sie ständiger Bewohner sind oder sich nur vorübergehend in der Stadt aufhalten, wenn Ihr Gerät mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, kann die Warnung auch auf Ihrem Telefon ankommen.

Anweisungen für Bürger und schnellere Reaktion des Zivilschutzes

Eine der wichtigsten Funktionen von SRUUK ist nicht nur die Benachrichtigung über Gefahren, sondern auch die Möglichkeit, konkrete Anweisungen an die Bürger zu senden. Je nach Art der Bedrohung kann der Inhalt der Nachricht Verhaltenshinweise und Maßnahmen enthalten, die den Schaden durch das Krisenereignis verringern.

Gleichzeitig werden Informationen auch an Mitglieder des Zivilschutzes in dem Gebiet gesendet, was die Reaktion beschleunigen und die Schadensminderung verbessern soll. SRUUK ist nicht dazu gedacht, Sirenen oder andere Warnmethoden zu ersetzen, sondern sie zusätzlich zu unterstützen. Bei ernsthafter Gefahr können alle verfügbaren Warnkanäle genutzt werden, und Nachrichten können per SMS oder Cell Broadcast zugestellt werden, je nach Bedrohungsstufe.

Projekt im Wert von 8,361 Millionen Euro

Hinter dem System steht das Innenministerium, das als Projektträger fungiert. Die Finanzierung von SRUUK erfolgte aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenhalt. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 8,361 Millionen Euro, wobei die EU 7,107 Millionen Euro als nicht rückzahlbare Mittel bereitstellte. Ziel dieser Investition war es, die kroatischen Kapazitäten für rechtzeitiges Handeln bei Katastrophen und schweren Unglücken zu stärken.

Die Informationen über Mobiltelefone im betroffenen Gebiet werden alle fünf Minuten aktualisiert. Die kleinste Einheit, an die eine Warnung gesendet werden kann, ist eine Gemeinde oder Stadt, während in größeren Städten Nachrichten auf einzelne Stadtbezirke ausgerichtet werden können.

Schutz personenbezogener Daten

SRUUK umfasst Nutzer aller Mobilfunkbetreiber im betroffenen Gebiet, einschließlich ausländischer Roaming-Nutzer. Ein mit dem Mobilfunknetz verbundenes Gerät kann Benachrichtigungen empfangen, und die Gefahrenwarnung kann nicht deaktiviert werden.

Besonders wichtig ist, dass das System die Privatsphäre der Bürger nicht verletzt. Das Innenministerium hat keinen Einblick darin, welche Geräte sich genau im betroffenen Gebiet befinden oder wem sie gehören. Die Mobilfunkbetreiber verfügen über Gerätedaten, aber beim Senden von Benachrichtigungen werden die Daten anonymisiert, und personenbezogene Daten bleiben im System des Betreibers.

Häufige Fragen
Was ist SRUUK und seit wann wird es in Kroatien verwendet? +
SRUUK ist ein System zur Frühwarnung und Krisenbewältigung, das in Kroatien seit August 2023 eingesetzt wird.
Wer kann Warnungen über SRUUK empfangen? +
Warnungen können alle Nutzer von Mobilfunknetzen im betroffenen Gebiet empfangen, einschließlich Besucher und ausländische Staatsbürger im Roaming.
Wie hoch ist der Wert des SRUUK-Projekts und wer hat es finanziert? +
Der Gesamtwert des Projekts betrug 8,361 Millionen Euro, wovon die Europäische Union 7,107 Millionen Euro als nicht rückzahlbare Mittel bereitstellte.
Wie schützt SRUUK personenbezogene Daten der Nutzer? +
Das Innenministerium erhält keine Daten über konkrete Geräte oder Eigentümer. Die Mobilfunkbetreiber führen eine Anonymisierung durch, und personenbezogene Daten verlassen nicht ihre Systeme.

Anmelden

Zum Kommentieren müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Suchen
Beliebt
Anmelden
Startseite
5MIN.hr als bevorzugte Quelle festlegen
Folge uns in den sozialen Medien
Kategorien