Der Super El Niño verstärkt sich weiterhin rasant im gesamten tropischen Pazifik, und nach den neuesten Schätzungen der US-Klimabehörde NOAA Climate Prediction Center besteht eine Wahrscheinlichkeit von sogar 81 Prozent, dass er zwischen Oktober und Dezember 2026 eine sehr starke Intensität erreicht. Den Prognosen zufolge besteht eine 97-prozentige Chance, dass er bis zum frühen Frühjahr 2027 anhält.
Das Wetterportal Severe Weather Europe erklärt, dass hinter dem schnellen Wachstum dieses Phänomens eine ungewöhnlich starke Kombination aus westlichen Winden und Wärme unter der Meeresoberfläche steckt. El Niño tritt alle paar Jahre auf, aber ein Super El Niño kommt nur einmal in zehn Jahren oder sogar seltener vor. Die letzten drei solcher Ereignisse wurden in den Jahren 2015/2016, 1997/1998 und 1982/1983 verzeichnet.
Wie El Niño das Wetter prägt
Das El-Niño-Phänomen beginnt, wenn die Temperaturen der oberflächennahen Wasserschicht im zentralen und östlichen tropischen Pazifik über die üblichen Werte steigen. Dies führt zu einem Druckabfall im zentralen und östlichen tropischen Pazifik, während sich über dem westlichen Teil ein Hochdruckgebiet bildet. Dieser Wechsel in der Zirkulation beeinflusst die globale Atmosphäre und prägt maßgeblich Druckmuster, Winde, Niederschlagsmengen und das gesamte saisonale Wettersystem.
Der Super El Niño unterscheidet sich vom üblichen El Niño dadurch, dass die Erwärmung im Pazifik stärker ausfällt, was zu noch ausgeprägteren Auswirkungen auf das Wetter weltweit führt. Es ist wichtig zu betonen, dass "Super El Niño keine offizielle Kategorie ist, die bedeutet, dass der gesamte Planet von derselben Katastrophe heimgesucht wird". Die Stärke dieses Phänomens wird anhand der Meerestemperaturen bewertet, und seine konkreten Auswirkungen hängen von der geografischen Region und anderen klimatischen Bedingungen ab.
Was Europa im Herbst und Winter erwartet
Nach den neuesten Daten von Severe Weather Europe könnte im Herbst ein Tiefdruckgebiet Einfluss auf Europa nehmen. Von Oktober bis Dezember könnte es in weiten Teilen des Kontinents zu höheren Oberflächentemperaturen als üblich kommen. West- und Südwestwinde aus dem Tiefdruckgebiet über dem Atlantik bringen zudem reichlich Feuchtigkeit, was die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen in weiten Teilen des Kontinents erhöht.
Den aktuellen frühen Prognosen zufolge könnten die Niederschlagsmengen in weiten Teilen Europas über dem Durchschnitt liegen. Der stärkste Einfluss historischer El-Niño-Ereignisse wird jedoch in den Wintermonaten erwartet. Es wird erwartet, dass sich das Tiefdruckgebiet in Richtung Nordwest- und Nordeuropa ausdehnt. Dies verursacht einen großen Druckunterschied zwischen Nord und Süd, was die Westwinde aus dem Atlantik nach Europa verstärkt und gleichzeitig das Eindringen von Nordwinden über nördliche und nordwestliche Gebiete wie das Vereinigte Königreich und Irland ermöglicht.
Die vorherrschende milde westliche Strömung könnte zu überdurchschnittlichen Temperaturen während der Wintersaison führen. In Europa werden keine weit verbreiteten Schneefälle erwartet, außer in den nördlichen und nordöstlichen Teilen des Kontinents sowie in höheren zentralen Lagen.
Auswirkungen auf Kroatien und die Frage der Krankheiten
Für Kroatien gibt es keine einfache Prognose. Wir können nicht sagen: "El Niño = warmer Winter" oder "El Niño = viel Schnee". Der Einfluss auf Europa ist weniger ausgeprägt und komplexer als in tropischen Regionen, und das Wetter in Kroatien wird von vielen anderen Faktoren beeinflusst. In den kommenden Monaten werden Experten besonders Temperaturen, Niederschläge, Waldbrandrisiko, Wasserressourcen, Mückenpopulationen und das Auftreten von durch Insekten übertragenen Krankheiten beobachten.
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass El Niño die Übertragungsmuster bestimmter Krankheiten, einschließlich Dengue, Malaria und einiger wasserbedingter Krankheiten, beeinflussen kann, gibt es keine Grundlage für Behauptungen, dass Kroatien eine Epidemie droht. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) überwacht während der Mückensaison das Auftreten lokal übertragener Fälle, was jedoch derzeit keine unmittelbare Gefahr für das Land bedeutet. Dramatische Schlagzeilen über eine tödliche Krankheit, die der Super El Niño mit sich bringt, entsprechen nicht dem, was die wissenschaftlichen Daten tatsächlich sagen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen klimatischen Bedingungen und dem Risiko von Infektionskrankheiten, aber für Panik gibt es keine Grundlage. Für Kroatien gilt dieselbe Regel wie immer: weniger Panik, mehr Beobachtung konkreter Daten.
Der Herbst 2026 wird besonders genau beobachtet werden. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, werden Oktober, November und Dezember Monate sein, die Klimatologen besonders sorgfältig verfolgen werden. In diesem Zeitraum könnte El Niño seinen Höhepunkt erreichen.