In den frühen Morgenstunden des 19. August 1991, gegen 5 Uhr, erschütterten zwei laute Detonationen Zagreb und weckten alle Bürger. Ziel der Angriffe waren die Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde in der Palmotićeva-Straße sowie der jüdische Friedhof auf dem Mirogoj, der erheblichen Schaden erlitt.
Obwohl es keine Verletzten gab und der materielle Schaden nicht unersetzlich war, wurden diese Angriffe schnell als Terrorismus eingestuft und schadeten dem Ansehen Kroatiens. Bald darauf stellte sich heraus, dass dahinter Aktionen des militärischen Geheimdienstes der JNA (KOS) steckten, die in der Anfangsphase des Kroatienkrieges unter den Decknamen "Labrador" und "Opera" durchgeführt wurden.
Kroatien als faschistischen Staat darstellen
Diese Spezialoperationen wurden als Werkzeug im "Untergrund"-Krieg gegen Kroatien konzipiert, um an den antisemitischen, rassistischen und gegenüber nationalen und ideologischen Minderheiten äußerst repressiven Unabhängigen Staat Kroatien (NDH) zu erinnern. Ihr Zweck war es, die internationale Anerkennung der kroatischen Unabhängigkeit zu verhindern.
Die Operation Labrador sollte aus mehreren terroristischen Anschlägen bestehen, die die Aktivitäten der Operation Opera, einer Propagandakampagne zur Desinformation von Medien und Öffentlichkeit, ergänzen sollten. Ziel war es, Kroatien, das die Unabhängigkeit von der SFR Jugoslawien erklären wollte, der Welt als profaschistischen Staat zu präsentieren, der sich nicht vom Bewusstseinszustand der NDH gelöst hatte.
Sie planten Liquidierungen und Entführungen prominenter Kroaten
Die Operation Labrador wurde von Oberst Slobodan Rakočević, dem Chef des KOS in der Jugoslawischen Luftwaffe (Leiter der Sicherheitsabteilung der Luftwaffe und Luftverteidigung), geleitet, der von seinem Büro in Zemun aus agierte. In Zagreb hatte Oberst Ivan Sabolović zusammen mit Major Čedo Knežević die operative Kontrolle über Labrador, während Oberst Radenko Radojčić für die Anlage von Sprengstofflagern in Zagreb und Umgebung sowie für die Platzierung von Sprengsätzen zuständig war.
Sprengmittel und andere Waffen wurden an mehreren Orten deponiert. Neben der Durchführung terroristischer Aktionen in Kroatien hatten die Angehörigen von Labrador den Auftrag, prominente öffentliche und politische Persönlichkeiten zu entführen und zu liquidieren. Nach verfügbaren Informationen gab es Pläne zur Entführung von General Martin Špegelj und zur Ermordung von General Imra Agotić.