Ehemalige hochrangige Beamte aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und ein ungenannter ehemaliger Kreml-Beamter trafen sich letzten Monat in Wien. Ziel ihres informellen Treffens war es, potenzielle Bedingungen für die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew zu sondieren, wie Bloomberg aus eingeweihten Kreisen erfuhr. Unter den Teilnehmern waren der ehemalige nationale Sicherheitsberater des Vereinigten Königreichs, Tim Barrow, der ehemalige Staatssekretär des deutschen Außenministeriums, Markus Ederer, und der französische Diplomat Pierre Vimont.
Organisiert wurde das Treffen vom in der Schweiz ansässigen Centre for Humanitarian Dialogue, einer Organisation, die häufig bei der Lösung komplexer internationaler Konflikte vermittelt. Solche informellen diplomatischen Bemühungen sind, obwohl private Initiativen, nicht ungewöhnlich und dienen oft dem Austausch von Ideen, die in künftigen offiziellen Verhandlungen genutzt werden könnten. Die Identität des russischen Vertreters wollten die Quellen jedoch nicht preisgeben.
Regierungen distanzieren sich
Obwohl ehemalige Beamte an dem Treffen teilnahmen, haben sich die Regierungen des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und Deutschlands offiziell von diesen Gesprächen distanziert. Damit machten sie deutlich, dass informelle Kontakte nicht ihren offiziellen Segen haben, was bei solchen Initiativen außerhalb formeller diplomatischer Kanäle üblich ist.
Bestätigung aus Baku
Interessanterweise bestätigte der aserbaidschanische Präsident separat ein damit verbundenes Treffen zwischen ehemaligen deutschen und russischen Beamten, das ebenfalls im Juli, jedoch in Baku, stattfand. Diese Bestätigung deutet darauf hin, dass parallel mehrere Kommunikationskanäle zwischen Europa und Russland liefen, mit dem Ziel, potenzielle Wege zur Deeskalation des Konflikts in der Ukraine zu finden.