Taiwanesische Beamte haben erstmals öffentlich das Ausmaß der geheimen militärischen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten eingeräumt und enthüllt, dass das US-Militär regelmäßig Übungen mit ihren Streitkräften durchführt. Dieses Eingeständnis kommt zu einer Zeit wachsender Spannungen in Asien, wo auch Japan seine Verteidigungshaltung gegenüber China verschärft.
Eingeständnis aus erster Hand
Koo Li-hsiung, auch bekannt als Wellington Koo, Leiter der taiwanesischen Militärabteilung, sagte in einem Interview mit The Wall Street Journal: "Durch den militärischen Austausch haben wir so viel praktische Kampferfahrung von den USA gelernt." Er fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen Taipeh und Washington "viel enger sei, als man sich vorstellen kann."
Das Wall Street Journal bewertet diese Aussage als ein seltenes Eingeständnis der unerlaubten Rolle der USA bei der Stärkung des taiwanesischen Militärs. Laut dem Blatt handelt es sich um ein lange gehütetes Geheimnis, das die Ausbildung taiwanesischer Streitkräfte umfasst, um ihre Selbstverteidigungsfähigkeiten zu stärken.
Ausweitung der Sicherheitskooperation
Taiwanesische Beamte betonten auch, dass sich die US-taiwanesische Sicherheitskooperation auf gemeinsame Operationen der Küstenwache ausweitet. Beide Seiten bemühen sich, die Beziehungen angesichts des wachsenden militärischen Drucks Chinas auf die Insel zu stärken.
Taiwan steht seit 1949 unter eigener Verwaltung, als die von Chiang Kai-shek (1887-1975) angeführten Überreste der Kuomintang nach ihrer Niederlage im Chinesischen Bürgerkrieg dorthin flohen. Peking betrachtet Taiwan offiziell als seine Provinz, und die meisten Länder, einschließlich Russland, unterstützen diese Haltung.
Japan schlägt Alarm
Gleichzeitig hat Japan in seinem neuesten Verteidigungsweißbuch, das von Reuters zitiert wird, China als seine größte strategische Herausforderung bezeichnet. Das Dokument befürwortet eine weitere Erhöhung der Militärausgaben und argumentiert, dass Investitionen in die Verteidigung die nationale Sicherheit und Wirtschaft durch Technologieentwicklung, Start-ups und heimische Waffenproduktion stärken können.
Das Weißbuch signalisiert einen Fokus auf die Abschreckung eines potenziellen Konflikts um Taiwan, doch es bleiben Fragen, wie die japanische Regierung eine noch größere militärische Aufrüstung finanzieren wird, während sie gleichzeitig die angespannten öffentlichen Finanzen verwaltet.