Hitzewellen in Europa offenbaren Versicherungslücke
Extreme Hitze senkt Produktivität und Konsum, und traditionelle Betriebsunterbrechungsversicherungen decken oft keine indirekten Schäden ab.
Extreme Hitze senkt Produktivität und Konsum, und traditionelle Betriebsunterbrechungsversicherungen decken oft keine indirekten Schäden ab.
Europa erlebt die fünfte Hitzewelle dieses Jahres, und die steigenden wirtschaftlichen Verluste offenbaren ein ernstes Problem: Traditionelle Betriebsunterbrechungsversicherungen decken oft keine Schäden durch extreme Hitze ab, berichten Japan Times und Reuters in Artikeln vom 16. und 17. August 2026.
Hitzewellen reduzieren die Produktivität der Arbeitnehmer, dämpfen den Konsum und erhöhen die Betriebskosten. Im Gegensatz zu Schäden durch Feuer oder Überschwemmungen entstehen hitzebedingte Verluste jedoch oft durch indirekte Betriebsstörungen und nicht durch direkte Sachschäden, was sie für Versicherer schwer abdeckbar macht.
Besonders betroffen ist das Gastgewerbe. In der italienischen Stadt Padua haben Cafés seit über einem Jahrhundert Gäste zum frühen Abendgetränk, dem sogenannten Aperitivo, empfangen und sie dazu ermutigt, draußen zu sitzen und sich vor dem Abendessen zu treffen.
Doch da Europa unter rekordverdächtiger Hitze leidet, ist das traditionelle Zeitfenster von 18 bis 19 Uhr fast verschwunden, da die Menschen klimatisierte Innenräume suchen, was den Umsatz vieler Gastronomiebetriebe erheblich gesenkt hat. Die Japan Times berichtet, dass diese Veränderung eine direkte Folge der Hitzewelle ist.
Zusätzlicher Druck auf Unternehmen entsteht dadurch, dass extreme Hitze oft nicht in Standard-Betriebsunterbrechungsversicherungen enthalten ist. Dies schafft eine wachsende Schutzlücke für Unternehmen in ganz Europa, die finanziellen Verlusten ohne angemessene Abdeckung ausgesetzt bleiben.
Reuters berichtet, dass Hitzewellen zunehmend ihren Tribut von der europäischen Wirtschaft fordern und es für Versicherer schwierig ist, solche Verluste abzudecken, gerade weil sie oft aus indirekten Betriebsstörungen und nicht aus Sachschäden resultieren.
In London nutzte während der Hitzewelle eine Frau einen Regenschirm, um sich beim Überqueren der Millennium Bridge vor der Sonne zu schützen, was die Bedingungen anschaulich illustriert, mit denen die Europäer in diesem Sommer konfrontiert sind.